Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-466917
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Ist 
s69. 
in den deutschen Kleinstaaten kamen eigentlich nur Karlsruhe 
durch eine schöne Landschaft Gudes und Stuttgart durch die 
herrlichen Kartons Nehers für die Stistskirche in Betracht, 
Wien glänzte durch köstliche Kartons von Führich, die alles, 
was die Franzosen, selbst Jngres, in dieser Art gebracht, 
tief in den Schatten stellten. Ebenso durch ein meisterhaftes 
Frauenporträt von Canon und reizende Bilder von Pettens 
kofen. Alt:München glänzte durch Kaulbachs Karton der 
Schlacht von Salamis, immerhin einer höchst achtungswerten 
Komposition, und durch Krelings treffliche deutsche Kaiser: 
bilder für die Nürnberger Burg. Mit dieser älteren Schule 
hatte Piloth wenigstens die Neigung zum Theatralischen 
durchaus gemein in seiner Maria Stuart, und nur Ram: 
berg zeigte in seinem ,,Hoshalt Kaiser Friedrichs lI. in 
PalermoU eine äußerst seltene Vereinigung von Schönheits: 
sinn und oft bewunderungswürdigem Naturgesühl. Den 
Übergang zu den modernen französischen Koloristen bildeten 
indes Victor Müller mit seinem Hamlet und Lindenschmit 
mit einem trefflichen Luther und dem noch besseren Hatten, 
der in Bologna die fünf Franzosen in die Flucht schlägt, 
dann mit der köstlichen ,,Stistung des Jesuite11orde11sU, drei 
Meisterwerke, die allen ähnlichen der Franzosen mindestens 
gleichwertig erschienen, selbst Robert Fleurys berühmter Juden: 
Verfolgung, die auch da war. Noch bedeutender als diese beiden 
vertraten freilich Makart und Max die jüngere Münchener Schule. 
Von Makart, der erst seine Todsiinden gebracht, war nur eine 
Wiederholung seiner Amoretten da, dagegen hatte Max den 
Anatomen gegeben, der sinnend vor der Leiche eines jungen, 
schönen Mädchens steht, und die berühmte Nonne, die im 
wüsten Klostergarten siHend ein Schmetterlingspaar betrachtet,
        

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