Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-466868
BUT 
Anerkennung oder Wohlwollen für die Leistungen anderer 
hatte er fast nie, machte sich über alle Mitstrebenden lustig 
oder war eifersüchtig auf sie, so am meisten auf den doch 
so harmlosen Makart. Man muß seine ,,BekenntnisseU lesen, 
um vor dem sihrankenlosen Egoismus dieser Natur zu er: 
schrecken, die denn auch bald keiner Selbftkritik mehr fähig 
war und darum ihre große fChöpferische Kraft viel rascher 
verbrauchte als nötig gewesen wäre. Große Künstler er: 
scheinen fast immer egoistisch und undankbar, weil sie wissen, 
daß sie der Welt unendlich mehr geben, als diese ihnen zu 
bieten vermag, und weil sie so erfüllt von ihren Jdealen 
sind, daß ihnen alles andere daneben gleichgültig erscheint. 
Natürlich schuf Feuerbach sich so unter den Künstlern gar 
bald nichts als Gegner, besonders wegen seiner vornehm 
ablehnenden Umgangsformen, und ward darum, als er später 
nach Wien kam, gar bald mit einer Flut von Gemeinheit 
überschüttet von der dortigen, durch die Nebenbuhler auf: 
geheyten Presse. 
Jch selber kam im Spätsommer endlich zur Ausführung 
eines Teils meiner für das Maximilianeum bestimmten 
Figuren, nachdem der Bau nach dem Tode des Königs Max, 
angeblich wegen AuseinanderseHung der Erbschaftsmasse, 
jahrelang geruht hatte. Der ewig unsicher tastende Bürcklein 
hatte inzwischen begonnen, den spätgotisch gedachten Palast 
in Renaissance auszuführen. Ich selber hatte noch nie in 
Fresko gemalt, mußte also erst ein halb DuHend Proben 
machen, ehe ich anfing. Das hätte sich wohl alles über: 
winden lassen, schwerer aber war, daß man in einem Lokal 
malen mußte, das noch keine Fenster hatte und ob seiner 
turmhohen Lage dem Westwinde in unerhörter Weise aus:
        

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