Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-466642
Die 
PUvtyschule. 
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ist das gewiß ein schwerer Übelstand, und es ist schon ur: 
komisch, da noch von Freiheit der Meinungsäußerung zu 
sprechen, während sicherlich nichts gedruckt wird, was dem 
Vorteil gewisser Klassen widersprirht, vor allem dem der 
Geldaristokratie, die in den Annoncen ein unfehlbares Mittel 
der wirksamsten Korruption besiHt und dasselbe mit rücksichts2 
loser Dreistigkeit ausbeutet, da alle großen Blätter auf den 
Ertrag der Jnserate angewiesen sind, ohne ihn nicht existieren 
könnten. Allerdings erkauft man durch sie bei honetten 
Blättern nur das Schweigen, das genügt aber in der Regel 
vollständig, da die Annoncen selber oder die Börsenberichte 
dann schon das übrige besorgen, umsomehr, als die Redqkteuke 
gewöhnlich von Nationalökonomie u. dergl. herzlich wenig 
verstehen, also hier nur zu oft nicht einmal imstande sind, 
ihre eigenen Korrespondenten zu kontrollieren. 
Meine schriftstellerische Thätigkeit in dieser Zeit ward 
durch den außerordentlichen Aufschwung, welchen die Münchener 
Kunst in derselben nahm, nicht wenig begünstigt. Zum 
großen Teil knüpfte sich derselbe an die Pilotyschule, in 
welcher neben Lenbach der Romantiker Gabriel Max, dann 
Defregger als Volksschilderer, besonders aber Hans Makart 
sich rasch zu ganz ungewöhnlichen Leistungen aufschwangen. 
Hatte Max schon vor der Pariser Ausstellung durch seine 
ans Kreuz geschlagene heilige Julia ganz München in Auf: 
regung gebracht, so gelang das Makart im Sommer 1868 
nicht weniger durch seine ,,Modernen AmorettenU. Sie be: 
deuteten für die Münchener Schule ungefähr dasselbe, was 
seinerzeit der ,,Dante mit Virgils des Delacroix für die
        

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