Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464624
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464893
Dresden 
1849 
sl851. 
machend hatte ich mich nämlich beim Malen einmal auf die 
bloße Erde geseht und zugleich einem mir ins Gesicht wehen: 
den ziemlich heftigen Wind getrotzt. Am andern Tag stand 
ich mit einer heftigen Augenentzündung auf. Sie ward 
zwar in vierzehn Tagen beseitigt, als ich aber im Oktober 
nach Dresden zurückkehrte und mir in der Absicht, im nächsten 
Frühjahr zu heiraten, eine Wohnung am Altn1arkt möblierte. 
offenbarte sich bald eine in den Augen zurückgebliebene 
Schwäche, die sich dieselben allemal mit Blut füllen ließ, 
sobald ich anhaltend arbeiten wollte. Nachts auch nur zu 
lesen war schon gar nicht möglich, das Rauchen oder Besuchen 
rauchiger Lokale ging ebensowenig. So auf einmal von aller 
Männergesellschaft entfernt, geriet ich auf den Gedanken, 
einzelne meiner Erlebnisse zu diktieren, um mir die Zeit 
in den ewig langen Winterabenden zu vertreiben.  Gesagt, 
gethan; ich verschaffte mir einen Schreiber und fing eine 
größere humoristische Erzählung aus meiner Jugendzeit an, 
jene Preisverteilung, die jeHt diesem Buche einverleibt ist. 
Als Probe meines schriftstelIerischen Talentes sandte ich sie 
an Kühne, der damals die ,,Zeitung für die elegante Welt0 
redigierte. Dieser druckte sie auch sofort ab, wo sie dann 
entschieden gefiel, trog einiger sehr geschmacklofer Zuthaten 
von Namen u. dgl., die ihm seine bei jedem Redakteur nun 
einmal unvermeidliche Besferwisserei eingab. Dadurch erfuhr 
ich nun zuerst, daß ich, der ja fast keinen Schulunterricht 
genossen, wahrscheinlich doch einiges Talent zum Schriftsteller 
besiHe. Bisher hatte ich noch niemals diesen Verdacht ge: 
hegt, mußte also sechsunddreißig Jahre alt werden, um das 
zu erfahren. 
Als nun das Augenübel in keiner Weise weichen wollte,
        

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