Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-461497
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Kinder: 
HerkunfI F 
und 
Knabenzeit. 
Erinnerung an ihre einfügen Heldenthaten, da Konstanz nnd; 
protestantisch und freie Reichsstadt war, schien abhanden ge: 
kommen. Nur die an die schwedische Belagerung von 1633 
war noch sehr lebendig, aber selbst da war es in unserer 
Vorstellung nicht mehr die Tapferkeit der Bürger, welche 
die Stadt gerettet, sondern die Mutter Gottes, welche die 
schwedischen Kugeln in ihrem Mantel aufgefangen hattet 
Man erwartete also auch in Zukunft alles von den Heiligen 
und that einstweilen selber nichts. Es waren die liberalen 
katholischen Geistlichen, wie Strasser und Wessenberg, welche 
uns Knaben zuerst wieder mit unserer älteren Geschichte und 
also auch mit den damaligen Freiheitskän1pfen bekannt machten. 
 Die von 1813g15 konnten wohl mich begeistern, aber 
auf eine Bevölkerung noch wenig Eindruck machen, die wie 
ganz Siiddeutschland bis zur Leipziger Schlacht noch auf 
der Seite der Franzosen gestanden war und Staaten an: 
gehörte, die erst durch Napoleons arglistige Politik groß 
geworden und durch ihren wenn auch erzwungenen Vater: 
landsverrat. Nur der grenzenlose Übermut der Franzosen 
hatte dafür gesorgt, daß man sich zuleHt lieber gegen als 
für sie schlug. 
War nun diese benachbarte Schweiz fast ebenso arm 
gewesenials wir, so hob sie sich doch bei wiederlJergestelltem 
Frieden dank ihrer Gewohnheit, nur von sich selbst Hilfe 
zu erwarten, wie ihrem Bürger: und Nationalstolz sehr 
rasch, während bei uns zufolge des vollkommenen Mangels 
an beiden und dem trägen, bureaukratischen Bevormundungs: 
system noch jahrzehntlang kaum irgendwelche Hebung zu 
merken war. Etwas für die Stadt zu thun siel gerade der 
Regierung am allerwenigsten ein, ja, selbst jedem Versuch,
        

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