Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-461411
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Kinder: 
Herkunft; 
Knabenzeit. 
und 
mit einem großen Reitersäbel auf die Latten eines Garten: 
zaunes sehr tapfer einhieb. Er ging bald nach Italien und 
kam nach zwei Jahren sehr viel weniger geschickt aus den 
Händen der Jtalienerinnen zurück, als er hingewandert. 
Später versuchte er sein Glück in Rußland, wo er 1831 an 
der Cholera starb. 
Ganz anders als dieser talentvolle, aber nach da: 
maliger Sitte affektiert geniale, in Wahrheit ziemlich rohe 
junge Künstler mutete dagegen die berühmte Malerin Marie 
Ellenrieder an, die ich zu Anfang der zwanziger Jahre 
ebenfalls kennen lernte. Sie kam damals gerade von 
München zurück, wo sie ebenfalls bei den Langers studiert 
hatte, und malte nun drei Altarbilder im eklektischeu Ge: 
schmacke ihrer Lehrer, nur viel seelenvoller. Das waren 
die ersten Kunstwerke, die ich ausgestellt sah in unserem 
Rathaus, wo sie dem Achtjährigen einen tiefen Eindruck 
machten. 
Das schlanke, schöne Mädchen selber mit den großen, 
dunklen, schwärmerischen Augen und dem feinen, blasfen 
Teint erschien mir daneben selber wie eine Heilige, und 
fesselte umso tiefer, als sie, einfach und natürlich, die 
Genialität nicht affektierte, sondern wirklich besaß und 
deren Eindruck durch die Reinheit und Jungfräulichkeit ihrer 
Erscheinung noch mächtig vermehrte. Sie ging bald darauf 
nach Rom und schloß sich dort mit Begeisterung an Ober: 
beck an, dessen Richtung ihrem Wesen ja ganz entsprach. 
Um 1824 kam sie dann mit jener berühmten Madonna 
zurück, die mit dem kleinen Heiland an der Hand aus dem 
Himmel sheraustritt. Lebensgroß ausgeführt gleicht das 
Bild ganz Overbeck, ist nur viel besser gemalt. Sie blieb
        

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