Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-464495
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Frankfurt 
1848s 
dem der in Dresden folgte. Bei beiden benutzte die de1no: 
kratische Partei die Einführung dieser Verfassung bloß als 
Vormund, um die Massen in Bewegung zu bringen, und 
einen Augenblick sah es wirklich so aus, als ob das gelingen 
könnte. Rund um uns herum stand alles in Flammen, in 
der Pfalz, in Baden, in Rheinpreußen, in Sachsen brannte 
es lichterloh. Die Zahl der Deputierten aber verminderte 
sich täglich. Als nun das Ru1npsparlament vollends nach 
Stuttgart zog, war meines Bleibens auch nicht lange mehr. 
Jch sah erst die preußische Armee durch Frankfurt ziehen, 
um die Aufstände in Baden und der Psalz niederzuwerfen, 
und dann zurückkehren, als das geschehen war. Selber hatte 
ich in Frankfurt derweil allerhand Bekanntfchaften gemacht 
und unter den dortigen Künstlern am n1eiftensmit Jakob 
Becker verkehrt, dem trefflichen Sittenbildmaler, während mich 
Steinle durch sein zu sehr an einen Jesuiten erinnerudes 
Aussehen eher abstieß, so großen Respekt ich auch vor seinem 
Talent hatte. Dagegen kamen aus Paris, wo sie die Februar: 
revolution vertrieben, Bennert, ein trefflicher Porträtmaler, 
und Fr. Müller aus Stuttgart, der Sohn des bekannten 
Kupferstechers, ein begabter, aber ganz französierter Künstler, 
die, sich beide in Frankfurt wie Fische aus dem Trockenen 
vorkon11nend, bald die Auskunft ergriffen, reiche Frauen zu 
heiraten, was ihnen selber besser als ihrer Malerei bekam.  
Allmählich aber ward es leer und leerer, und so beschloß 
ich denn, wieder nach Dresden zurückzukehren, vorher aber 
ein paar Monate in Partenkirchen zur Erholung zuzubringen. 
Dort traf ich meine Braut und den Bürgermeister Koch mit 
Familie, der sich auch von seinen Strapazen erholen wollte, 
da es ihm eine riesige Anstrengung gekostet hatte, den Aus:
        

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