Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-463417
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München 
1842. 
rang mit dem Tode, genas endlich langsam, hatte aber seit 
dieser Zeit das zweite Gesicht.tt 
Am vierten Tage endlich hatte sich der Himmel auf: 
geklärt, und ich konnte ausbrechen. Über den frisch beschneiten 
Ferner zu gehen, war freilich unmöglich, ich mußte wohl 
oder übel mich entschließen, über das nur etwa 8000 Fuß 
hohe Timblsjoch zu steigen, wo man dann ins obere Passeyer 
hinunterkam. Da der ganze Weg bis auf den Grat schnee: 
bedeckt war, so brauchte ich auch dazu einen Führer, den 
ich dann, einmal über dem Berg, entließ und nach zehn: 
stündiger Wanderung abends St. Leonhard, den Hauptort 
des Passeyer, erreichte, wo ich am ,,Sandtt, Andreas Hofers 
einstigem Wirtshaus, übernachtete. Dort saß eine alte, 
ruinenhafte Matrone am Herdfeuer und rauchte, stumpf: 
sinnig in die Flammen starrend, ihre kurze Pfeife,  es 
war des berühmten Sandwirts mehr als achtzigjährige 
Witwe. Die Erinnerung an den ja erst vor 35 Jahren 
stattgehabten Befreiungskampf war damals noch viel leben: 
diger im Volk als heute, nur betrachteten ihn die meisten 
als eine Dummheit und bedauerten, daß sie nicht bayrisch 
geblieben seien, ,,da man ja dort jeHt ebensogut oder besser 
katholisch sei als bei ihnentt . . . Wie gründlich ein 
Regiment gleich dem Metternichschen jede Spur von Vater: 
landsliebe und Nationalgeist auszurotten verstand, das sollte 
ich bald noch drastischer erfahren. 
Hatte, dem aus der Gurgler Schnee: und Eisregion 
Kommenden schon das von Nuß: und Kastanienbäumen 
lieblich beschattete St. Leonhard den angenehmsten Eindruck 
gemacht, so ward er bis zum vollen Entzücken gesteigert, 
als ich anderen Tags unter den mit Trauben schwer be:
        

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