Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-463268
Das 
Cafe5 
Scheidel. 
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stern, Felix V. Schiller, Albert Zimmermann, dem Litho: 
graphen Hohe, Kaspar Braun, der von der Malerei sich 
eben zum Holzschnitt wandte, dem Tiermaler Lohe, vor allen 
aber zählte sie den liebenswürdigen Humoristen Spit;,weg, der 
sich aus einem Apotheker auch noch nicht lang zum Maler 
umgewandelt hatte, neben vielen anderen, die ich vergessen. 
Wir kneipten allabendlich im Cafcs5 Scheidel an der Kau: 
fingerstraße, während der größere Teil der jungen Maler 
im Stubenvollbräu sich zum erstenmale ein Lokal im gotischen 
Stil, eng, rauchig und unbequem, aber sehr romantisch ge: 
schaffen hatte, wo Fedor DieH und Kreling das große Wort 
führten und es oft sehr wild und lärmend herging. Diese 
beiden Gesellschaften kämpsten beständig um den Einfluß im 
mächtig herangewachsenen Kunstverein, von dessen Kaufen 
die meisten Künstler mehr oder weniger abhingen. Auch ich, 
wie ich alsbald wahrnehmen sollte, als ich in Ermanglung 
von Porträtbestellungen ein kleines Bildchen zu malen an: 
fing, das eine Appenzeller Stube darstellte, in der eine 
junge Mutter  die schöne Hechtwirtin  mit ihrem Kinde 
in der Wiege spielte. Das gefiel, so unvollkommen es auch 
sgEmachtsein mochte, und ward gekauft, wie mein inzwischen 
übermaltes Pariser Bild, das mir jetzt sogar viele Lob: 
spräche eintrug und eine gewisse Beachtung verschAffkEs obs 
Wohl es doch nur die in Paris aus Phantasiemangel übliche 
Modellmalerei nach München übertrug. So war ich auf 
einmal ein ,,HistorienmalerU geworden, ohne recht zu wissen 
wie, jedenfalls mehr von Kunstvereins als von Gottes 
Gnaden, denn nachdem ich erst die Luft des Selbftändig: 
fChaffens gekostet, machte ich auch fort und malte verschiedene 
Szenen, bald realiftischer, bald romantischer Art. Aller:
        

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