Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-463252
V1I1. 
Münrkxen 
1843s 
s44. 
Fu den acht Jahren, welche vergangen waren, seit ich die 
G; Jsarftadt verlassen, hatte die Kunst dort eine ganz 
andere Richtung genommen. Cornelius war nach Berlin 
gegangen, und sein romantischer Klassizismus hatte sich über: 
haupt ausgelebt. Er herrschte wohl noch an der Akademie, 
wo ihm Kaulbach, der eben an seinem Jerusalem malte, 
neuen Glanz verlieh, aber alle jüngeren Talente wandten 
sich demungeachtet bereits der realiftischen Richtung zu. Die 
Bilder von Gallait und Biefve, die eben ihren Triumph: 
zug durch Deutschland gehalten, hatten allen Malern die 
Köpfe verdreht. Mit jener lumpigen ,,Bescheidenheit auf 
Kosten andererU, die ein unvertilgbarer Charakterzug 
der Deutschen scheint, schäHte man auf einmal alles von 
unseren Meistern Geleistete daneben gering, und der bloße 
Umstand, daß ich durch ein Pariser Atelier gelaufen war 
und dementsprechend schwärzlich malte, verschaffte mir jetzt 
Aufnahme in eine Gesellschaft von Künstlern, die alle älter 
und begabter waren als ich. Sie bestand fast durchwegs 
aus Landschaft: und Sittenbildmalern, so aus dem mir von 
früher befreundeten Schleich, dann aus Heinlein, Morgen:
        

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