Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-463198
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.5ionsta11z 
1841s 
 
souveränen Volk Rechenschaft ablegen und um Verlängerung 
ihrer Veftallung bitten mußten. Kein Zweifel, daß diese 
einfachste Form der Demokratie, trog der wunderbaren 
Sammlung von Bratspießen aller Art bei den Quiriten, 
etwas sehr Jmponierendes hatte. Wie denn das Bewußt: 
sein gleichen Rechtes am Staat, von.dem der Geringste 
durchdrungen, die Entstehung von Pöbel in der Schweiz 
fast so unmöglich machte, als die von internationalem 
sozialdemokratische1n Lumpengefindel, das sein Vaterland 
verleugnet. Da diese schlicht und einfach, aber tief religiös 
erzogenen Menschen alle ihre Geschichte kannten und ihnen 
ihre vor einem halben Jahrtaufeud gegen das Haus Ofter: 
reich bestandenen Befreiungskä1npfe heute noch so lebendig 
vor Augen stehen, als wenn sie erst gestern durchgefochten 
worden wären, so wurzelt hier der Unabhängigkeitsfinn auch 
tiefer als irgend sonstwo in der Welt. Gewiß hatte die 
Geiftlichkeit in dem streng katholischen Ländchen einen großen 
Einfluß, der aber kaum nachteilig zu nennen war, da sie, 
wenig begütert und aus lauter Landeskindern bestehend, die 
schlechten Eigenschaften einer herrschenden Klerisei selten zu 
entwickeln vermochte. Freilich blieb das katholische Jnner: 
rhoden verhältnismäßig arm und seine Bevölkerung ward 
von den Kaufherren von St. Gallen und Herisau, für die 
sie arbeitete, damals entseHlich ausgebeutet, da eine Stickerin 
selbst bei der angestrengtesten 12s15stündigen Arbeit kaum 
20s30 Pf. zu verdienen vermochte und von Milch und 
Kartoffeln leben mußte, selbst wenn ihre Familie noch ein 
kleines Gütchen und ein paar Kühe besaß, wie bei den 
meisten der Fall war. Ihre Besorgung, wie die Alpwirt: 
fchaft, war dann die Sache der Männer, die darum alle
        

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