Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-463120
Spindlcr 
und 
Stößen 
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mochte, da über die Nichtswürdigkeit der deutschen Zustände 
eigentlich kaum eine Verschiedenheit der Meinung bestand. 
Ihr ruhmloses Zusammenbrechen bei der ersten Veranlassung 
lag daher in der Luft.  Spindler, der damals, wie erwähnt, 
einige Jahre in Konstanz lebte, hat in seinem ,,Fridolin 
SchwertbergerU diese Verhältnisse, die entstehen, wenn lauter 
unfähige und unreife Menschen an die Spitze kommen oder 
doch das große Wort führen, mit viel Humor und sehr 
trefsend geschildert, während Gustav Freitag dieselben in 
seinem Leben Mathys noch viel zu idealisierend darstellt, da er 
sie eben nicht selbst mit ansah. Weil mir nun das 0di 
profanum Vulgus von Hause aus im Blut stak und alle 
demagogische Wühlerei herzlich zuwider war, wo die Lumpe 
in die Höhe kommen, so hielt ich mich an jene nach Konstanz 
verirrten Maler, meine Jugendsreunde, die es ob zu großen 
Energiemangels nicht mehr weiter brachten, als zu gemüt: 
licher Bu1nmelei. Bedeutender waren einige junge Männer, 
die jetzt als Professoren am Gymnasium wirkten, nachdem 
ich sie schon früher kennen gelernt. So Provence, der erst 
Geistlicher geworden war, dann aber zum Protestantismus 
iibertrat und eine Nichte Mathys heiratete, Professor SchekM, 
Dr. Scherer, ein fein gebildeter Arzt, der aus Amerika 
zurückgekommen, wohin er in jugendlicher Begeisterung aus: 
gewandert. Zu uns gesellte sich ein glänzend begabter 
Jüngling, dem als dem Sohn des ersten Beamten der 
Provinz eine gesicherte Existenz das ruhige FUVtfThVeÜeU 
auf der juristischen Laufbahn sicher machte. Mit dem glück: 
lichsten Humor verband Lndwig Stößer denn auch so viel 
praktischen Sinn, das;.man ihm damals schon den Minister, 
der er später geworden ist, mit Sicherheit voraussagen
        

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