Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-461037
1U 
sLJerkunft 
Kinder: 
u11d 
Knabenzeit. 
reicher, die sie als steif, langbeinig und schweigsam schilderte, 
nur mühsam von den mit dem Haslinger bewaffneten Kor: 
porälen vorwärts getrieben, bei alle1n was sie requirierten 
immer mit der Phrase endigend ,,der Kaiser wird alles be: 
zahlenU, was er selbstverständlich regelmäßig vergaß und 
sein Ansehen bei der Dorfjugend dadurch so sehr schädigte, 
daß das ,,der Kaiser wird7s bezahlenU überall als Spottrede 
gebraucht ward. Da sie alle Flecken ihrer weißen 1Inifor1n 
mit Kreide zuschmierten, so glich eine solche Kolonue mar: 
schierender Osterreiiher einer einzigen Staubwolke. Noch 
schlimmer waren die Rassen Suworoffs, welche ohne weiteres 
die Erdäpfel aus dem Boden herausgruben nnd roh ver: 
zehrten. Jch weiß nicht war es vor oder nach der Schlacht 
bei ZÜrich 1799, daß die verbü11deten Rassen und Osterreicher 
den Franzosen ein größeres Gefecht am Thurübergang bei 
Pfyn, eine Viertelstunde von Wellhausen entfernt, lieferten, 
so daß die Kanonenkugeln noch in letzteres flogen nnd die 
ganze Dorfbewohnerschaft in den Wald flüchten mußte, der 
die Höhen oberhalb des Dorfes krönte. 
Eine fast noch ärgere Plage als Ruffeu und Franzosen 
waren in jener Zeit indes die vielen Marodeure, Zigeuner 
und Heimatlosen jeder Art, die den Armeen folgten oder mit 
Karren herumzogen und hinterm Zaune kochteu, was die 
Dorfjugend natürlich weit mehr interessierte als die Eltern, 
denen sie gar oft aus Rache die Häuser überm Kopf ansteckten, 
was in dieser Zeit auch einmal bei meinem Großvater ge: 
schah nnd ihn zu einem Nenban zwang.  Noch mehr 
fesselte es clber die Phantasie meiner Mutter, als 1802 eines 
Tages der Kronprinz Lndwig von Bayern ganz durchnäßt 
im Wirtshaus ankam, nachdem er im Begriff nach Jtalien
        

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