Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-462862
Der 
Salo11 
VOU 
1840. 
193 
Noch schlimmer waren freilich die vielen kolorierten Gips: 
figuren, die sich für Hellenen ausgaben. Dagegen entzückte 
mich Couders ,,Eröffnung der GeneralstaatenU, ganz nach 
den Angaben Louis Philippes selber gemalt, der ihr noch 
beigewohnt hatte, und darum höchst überzeugend, wenn auch 
stimmungslos. Von Robert Fleury und Meissonier fanden 
sich die ersten Aussehen machenden Bilder, dann fünf große 
Calämes, die alle Welt entzückten, wie die orientalischcn 
Landschaften Marilhats. Von der Schule des Jngres 
fesselten prächtige Porträte Barr6s, Amaury Duvals und 
des jungen Liszts Bild von Lehmann, mit der prahlerischen 
Jnschrist ,,amicus amjcoU, u. s. f. Wenn ich diesen Salon 
in seinem Reichtum mit der 1835 gesehenen Münchener 
Ausstellung verglich, so war freilich der Abstand ein un: 
geheurer besonders an technischem Können, wie es nur eine 
vierhundertjährige, unnnterbrochene Kunstblüte erzeugen konnte 
in einem reichen, der Kunst leidenschaftlich zugewandten 
Lande. Dem hatten wir damals fast nichts entgegenzusetHe11 
als Cornelius7 Karton des jüngsten Gerichts, desselben Cor: 
nelius, den man soeben in München ziemlich riicksichtslos 
hatte ziehen lassen. Denn die Achtung gegen die Künstler 
war womöglich noch geringer als der Stand der Kunst 
selber. Hier fingen wir erst an, uns aus einer Barbarei 
herauszuarbeiien, welche die Vertreter der Kunst und Wissen: 
schaft immer noch als bessere Bediente betrachtete und be: 
handelte, so daß, wenn Heine und Winterhalter uns das 
vorwarfen, sehr schwer zu antworten war. Denn wie das 
halbe Jahrhundert seither auch hier vieles nachgeholt, war 
damals wahrlich nicht vorauszusehen. 
Bald darauf schickte der Meister Delaroche uns Schüler 
FTs PCCHt, Aus meiner Zeit. 1. 13
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.