Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-462254
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München 
1833s 
mehr, zum Aufrechtstehenbleiben auch nicht, da ich da so: 
fort überschlagen und mit dem Kopf zuvörderft an die Felsen 
anstoßen mußte. Es blieb mir also nichts übrig, als mich 
platt hinzuwerfen und die Beine möglichst zu spreizen, um 
im Hinabgleiten wenigstens das Herumgedrehtwerden oder 
Überschlagen zu vermeiden. Glücklicherweise war der Schnee 
von der Sonne schon ziemlich erweicht und so gelang es 
mir denn auch, die Füße unten und den Kopf oben zu be: 
halten bei dieser lawinenartigen Rutschpartie, so daß ich, 
einige Aufschiirfungen an Händen und Armen abgerechnet, 
obwohl gründlich vom Schnee durchnäßt und zerrissen, doch 
leidlich im Stande unten ankam, ja sogar noch meinen Stock 
festgehalten hatte. Ich kann auch nicht sagen, daß ich son: 
derlich erschrocken wäre im Hinabstürzen, dazu war ich viel 
zu sehr beschäftigt, den Kopf oben zu behalten. Erst als 
ich mich mühsam aus dem Schnee, der mich wie eine Lawine 
rings umgab, herausgearbeitet und wieder auf den Beinen 
stehend an der himmelhohen Schneewand hinaufsah, die ich 
so übereilt hinabgesegelt, kam mich etwas wie Schrecken über 
die doch glücklich bestaudene Lebensgefahr an. Mein Freund, 
der von mir aus wie ein schwarzes Pünktchen aussah und 
eine halbe Stunde brauchte, bis er am Rande des die 
SChneewand begrenzenden Felsens mühsam hinabgeklettert 
war, erzählte mir, daß er von mir nichts als einen lawinen: 
artig herabstürzenden Schneeball gesehen und mich verloren 
geglaubt habe. Leider hatten wir jeht, blutend, durchnäßt 
und zerschunden, wie ich es war, auch noch vier Stunden 
sehr mühseligen Weges zurückzulegen, bis wir vom Fähler: 
zum Sämtisersee Und an diesem vorbei hinab ins Weißbad 
und da zur Möglichkeit einer Erquickung und Herstellung
        

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