Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aus meiner Zeit
Person:
Pecht, Friedrich
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460602
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-462220
Klosterbesuths 
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fährten, daß ich doch eine dieser frommen Frauen zu sprechen 
kriegen wolle und meldete mich denn auch sofort bei der 
Pförtnerin unter dem Vorgehen, daß ich Schwester Marie, 
die ein Bäschen von mir sei, zu sprechen wünsche. Wie 
ich vermutet, waren deren sogar zweie da, eine Schwäbin 
 die jüngere  und eine Thurgauerin. Jch bekannte 
mich zur Schwäbin, die denn auch richtig geholt wurde und 
guten Humor genug hatte, als sie am Sprachsenster erschien, 
auf meinen Scherz einzugehen, als ich ihr eine beliebige 
Vetterschaft vorschwindelte, so daß ich mich meiner Grüße 
entledigen und eine Viertelstunde mit der hübschen Nonne 
lustig verplaudern konnte. 
Am folgenden Morgen stiegen wir dann auf Suworofss 
berühmtem Weg über den Pragel ins einsame Klönthal hinab, 
wo man auf der Höhe des Passes eines ganz wunderbaren 
Blickes auf den majestätischen Glärnisoh samt dem mächtigen 
Gletscher hinter ihm genießt, während der Vordergrund durch 
die herrlichsten Ahorngruppen belebt ward, wie ich sie seit 
Berchtesgaden nicht mehr gesehen. Damals hatte man von 
Muotta sieben starke Stunden zu gehen, bis man endlich 
tief unten am Klönsee wieder auf eine menschliche Wohnung 
stieß, wo wir uns erquicken konnten. Fiinfzig Jahre später 
das herrliche, aber auch heute noch wenig bekannte Thal 
wieder besuchend, fand ich da indes schon Pensionen hinten 
liegend, wo man die erhabene Einsamkeit der zu den schönsten 
zählenden Gebirgsgegend genießen konnte. Damals aber 
stiegen wir als unermüdlicJe Fußgänger noch hinab ins 
breite mensihenwimmelnde Glarner Thal und kamen sogar 
noch bis nach Wesen am herrlichen Wallenstädtersee. Am 
anderen Morgen ging es auf schwindelndem, sich an steiler 
Fu Pecht, Aus meiner Zeit. l. 9
        

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