Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Altes und Neues
Person:
Vischer, Friedrich Theodor von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-457963
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-459070
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schiffen, in einem verschlossenen Koffer, durch dessen Löcher 
man die beiden Arme frei bekommen, große Märsche machen. 
Töpffer ist nicht auf die Weise pha11tastisch wie Ariftophanes, 
Callot und mehrere neuere grottes3ke Zei6hner; er compouirt 
keine absolut unmöglicheu Gestalten, Frosch1uenfchen, Vogel: 
1ne11schen U. s. w. Dies litte schon die 1noderne Sphäre 
seiner Stoffe nicht. Aber einige ganz cosequent scheinende 
Motive werden eingesch1nuggelt und so ein Uebergang ge: 
Wonnen, der das Unmögliche möglich macht, und wenn man 
nur den ersten Zoll über die Linie zugegeben, so entstehen 
unmerklich Meilen daraus, die.GeseHe der Schwere, des 
Bedürfuifses, der Grenze menschlicher Kraft u11d 1nenschlicJer 
Täuschung schwinden und wir sind, ehe wir umsehen, in 
eine eigene Welt, eine Wolkenkukuksburg hiueingezaubcrt, 
wo wir ebensosehr in jedem Augenblick an das Aller: 
gewöhnlichste, an alle Unentbehrlichkeiten des Lebens erinnert, 
als auch 
vollendet 
über sie hinwcggeschucllt werden. Dadurch 
sich die Freiheit und Reinheit der Kou1ik, 
nun 
die 
eigene, ganze und absolute Welt des Hu1nors. Auch darum 
verschwindet das Bittere und BoShafte der Satyre, weil 
wir so ganz in diese zweite, freie Welt der möglich gewordenen 
Unmöglichkeiten uns hineingetänscht finden. Auch diese wesent: 
liche Seite in Töpsfers Komik möchte ich deutsch nennen. 
Nur gerathen sonst die Deutschen lieber in das absolut 
Phantastisihe, wo auch der letzte Schein einer Motivirnng 
und eines Naturgesetg,es verhöhnt wird. Es ist bekannt, 
wie diese Neigung schon in unseren alten Malern hervor: 
bricht. Die Schonung der Wahrscheinlichkeit im Unwahr: 
scheinlichen, der Prag1natis1nns im Un1nöglichen, der in
        

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