Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Altes und Neues
Person:
Vischer, Friedrich Theodor von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-457963
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-460325
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Jst einer italienischen Zeitung las ich kürzlich vom Cri1niual: 
proceß eines Soldaten, der seinen Unteroffizier beim Exer: 
cieren erschossen hatte. Das Motiv war, daß er sich von 
ihm gedrückt glaubte; er gab durchaus nicht zu, daß er den 
Mordgedankeu selbst au:Zgeherkt habe, sondern behauptete fest, 
es habe mehrmals eine Stimme in ihm gerufen: erschieße ihnk 
Wir kehren zum eigentlichen Traum zurück und hätten 
zunächst das wichtige Kapitel ,,die Deukformeu im Trau1neH 
zu besprechen. Wir müssen jedoch, so besonders wichtig 
auch dieser Punkt ist, 
ei11jchrä11ke11. Logifch 
uns hier auf wenige Bemerkungen 
zufammenhängende Denk:Reiheu im 
strengeren Sinne des Worts kommen i1n Traume vor, sie 
werden jedoch nur als Reminiscenzen wacher Denkprocesse 
anzusehen sein nnd sie pflegen schnell und sinnlos abzu: 
brechen. Lösung von DenkprobleInen im Traum erklärt 
Volkelt gewiß sehr richtig aus einein völligen Bereitliegen 
der Factoren, das im Wachen unbewußt sich vollzogen hat. 
Auch der Philosoph vereinigt GedankeniMo1nente zu einer 
Jdee nur durch einen Akt des genialen Schauens, der ja 
schlechthin trau1nverwandt ist, übrigens in der Wissenschaft 
natitrlich werthlos bleibt, wenn ihm nicht der logische Beweis 
nachfolgt; es kann nicht unmöglich sein, daß der wirkliche 
Traum noch getrennt liegende Bestandtheile eines Gedanken: 
Ganzen mit einem Schlag ineinsschaut. 
Volkelt nimmt in diesem Zusammenhang  Les hätte 
ihr wohl auch ein eigenes Kapitel gehörtJ  die Frage 
über Hellsehcn des Traumes in die zeitliche und räumliche 
Ferne aus. Er läßt sie offen und ist übrigens nicht ab: 
geneigt, eine Möglichkeit anzunehmen. Diese folgert er ans
        

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