Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-454586
der wahrscheinlich zu ihr gehörte, den man aber unbe2 
sonnener Weise verkauft und seht nur durch eine elende 
Gipscopie erseht und neben ihr aufgestellt hat. Die Ve: 
uns tritt mit dem linken Fuß trinmphirend auf den Heim 
der Minerva, um die Stirn trägt sie das Diadem der 
Juno, um dadurch deutlich zu zeigen, daß sie in dem 
bekannten Streit um den Preis der Schönheit Beide bes 
siegt; das stolze, selbsibewußte Gefühl ihres Ueberge1vichts 
liegt in der ganzen Haltung und Bewegung, wobei über 
diesen majcstätischen, triumphirenden Leib sich wunderbar 
die unbefangene, hinreißend siegende Gewalt der Jugend: 
schöne breitet. Und trog dem, daß man fast vor der 
Heldin erbebt, fesseln doch ihre verfiihrcrischen, schmeis 
chelnd weichen Reize, ihre wallende Fülle von zarter 
Ueppigkeit und durchflutender Grazie, ihre fein empfuns 
dene weibliche Anmuth so sehr, daß man unwiderstehlieh 
zu der Triumfatrice hingezogen wird. Ihr Kopf ist ers 
was zur linken Seite hinab gewandt, die linke Hand 
hält sie befehlend empor, mit der rechten zeigt sie nach 
der linken Seite hin; diese Bewegung erklärt sieh aus 
dem Amor, der dort steht und ihr fragend seinen 
Pfeil hinhält. Wahrscheinlich ist es der Moment, der 
sie ihres Sieges versichert und wo sie dem Amor be: 
ßehlt, dem Paris den versproehenen Lohn zu verschaffen. 
Der Amor aber ist, so wie er da ist, erbärmlich. 
Dann ist eine andere Gruppe da, viel kleiner und 
viel älter, wie mir scheint; dem Styl nach hat sie viel 
von den Aegineten. Es isi Orest und Elektra, wunder: 
bar schön, erhaben und weise gedacht und gruppirt. Orest 
auf dem linken Beine ruhend, das rechte ein wenig spie: 
lend gebogen, läßt den rechten Arm am Leibe niederhän: 
4 M
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.