Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-457576
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Rom: 
Besien habend sich mit ihm amiißrten, nichtsdestoweniger 
aber seine schlauen Antworten bewundern mußten. End: 
lich zog er ab und nun tranken und sprachen wir Drei 
noch eine Weile fort, bis die HiHe ziemlich vorüber war; 
dann schieden wir, sagten uns unsere Namen und Wohs 
nungen und luden uns gegenseitig zum Besuch ein. Er 
war besonders zuvorkommend; nachdem er uns gesagt 
daß er sich größtentheils auf dem Lande, im Sabiners 
gebirge, aufhalte, wo er uns je eher je lieber eins 
pfangen würde, ritt er nach Rom und wir gingen zu 
Fuß weiter gegen Riano. Es war der Bruder des 
Principe  in Rom. Da gegen unser Erwarten auf 
der Landstraße noch eine.Hige zum Umko1nmen war, die 
Luft gekocht schien und kaum zu athmen erlaubte, indem 
sie heiß in den brennenden Hals sirömte, so schlug ich 
vor, einen nähern Wegs durch einen Wald zu machen, 
obgleich ich ihn nur ein einziges Mal auf der Jagd 
passirt hatte und den einzigen, kaum sichtbaren Fußsieig, 
den es gab, nicht sicher zu finden wußte. Jedoch um 
der Hitze nur etwas zu entfliehen, wagten wir Alles. 
Bis zu einem Brunnen fand ich den Weg ganz vortreffs 
lich und wahrlich es reute uns nicht ihn gemacht zu 
haben, so schön war jetzt im Frühjahr die Gegend, die 
schon im Winter bei cntlaubten Bäumen uns so reizte. 
Als wir aber bei diesem Brunnen vorbei waren, verlor 
ich bald den Weg und, nichts wissend als die Richtung, 
in der wir gehen mußten, geriethen wir in kurzem in 
ein so unwegsames Dickicht, daß wir nicht aus noch ein 
wußten. So weit wir sehen oder hören konnten, kein 
Laut, keine Spur von Menschen; eine feierliche Stille, 
nur belebt durch das Singen und Zwitschern von Vögeln,
        

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