Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-456975
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Rom. 
dung der Syrinx machte, hatte ich mich so in dieses 
Hirtenleben, das ich auch dabei in der Wahrheit studirte, 
verliebt, daß ich aus ihm Mehreres zu machen wünschte, 
da es für die Kunst eigentlich das reichste Thema an 
unschuldigen, lebensfrohen, heitern Bildern ist. Die Dame, 
für die ich den Pan malte, fand den Gegenstand zu ins 
decent, zu viel Nacktes darauf, worauf ich das Bildchen, 
das viele Freunde gefunden, Jemanden anders verkaufte 
und ihr dafür versprach eine Zeichnung zu machen, wie 
sie solche verlange. War der Anfang meines Schäfer: 
liebes ihr nackt und indecent vorgekommen, weil die 
Menschen noch keine Feigenblcitter trugen und Mensch 
und Gott sich näher standen, oder weil der Mensch noch 
die Natur verstand und sich mit ihr in Liebe und Leben 
vcreinigte, so fühlte. ich mich dadurch jeHt angespornt, 
meine Melodie weiter zu spielen, um ihr durch das Fig 
nale zu beweisen, wie unrecht sie dem Gegenstand gethan. 
Ich wählte deshalb die Syrinx in ihrer Wirkung, schon 
verbreitet unter Hirten als Musik ihres Lebens. Ich 
hätte ein Liebespaar wählen können, das die Laute seiner 
Liebe mit der Syrinx accompagnirtz doch da zu große 
Tugend leicht auch darin etwas heitre finden können, so 
wählte ich jene Liebe, die gewiß über jeden Vorwurf 
hinaus ist und gegen die selbst der frömmsie Kopfhcinger 
nichts einzuwenden weiß. JkH zeichnete eine heilige Fang 
UeNfTIMkIic, hoffend zu Gott, sie in ihrer gesunden, eins 
fach reinen, unbefangenen Freude und Seligkeit rührens 
der und heiliger darzustellen, als so manche kokettirende 
heilige Familie unseres Jahrhunderts. Das Motiv 
dazu fand ich in der Natur. An einem schönen Tage 
war ich ausgegangen in die Campagna; es sing an zu
        

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