Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-456368
An 
de 
Chateauneuf. 
259 
dafür quiescirt werden. Weissenburg gibt Müllers Nach: 
laß heraus, mit einer Rom und das Kunstleben darstel: 
lenden, kurzen, einleitenden Biographie Müllers Es sols 
len sehr interessante Sachen darin sein; ich hoffe michs 
stens Manches davon zu lesen. 
Lassen Sie sich nicht erschrecken, daß mein Bild zu 
groß wird, es bleibt immer ein freundliches Zimmerbild, 
und zu meiner Uebung werden Sie mir gewiß erlauben, 
daß ich es so groß mache, um so viel als möglich in 
jeder HinHcht dabei zu lernen; denn nicht leicht wird mir 
wieder ein Gegenstand und Hülssmittel geboten, wobei 
ich so viel lernen könnte. ss Schon ist mirs wie Schups 
pen von den Augen gefallen, ich habe einen ganz andern 
Blick in die nackte Formenwelt bekommen, ich fühle mich 
jetzt zu Hause darin und von Tag zu Tag mehr. Wollte 
Gott, daß ich, so lang mir diese Mittel zu Gebote stehen, 
mehr solche Aufträge hätte, dann würde ich mir die For: 
menspraehe bald so wie meine Muttersprache aneignen 
und vielleicht einst Meister darin werden. Von OverbeE 
soll ich Sie grüßen. Er wollte mich diesen Sommer durchs 
aus katholisch machen; erst gab ich ihm vielleicht Hoff: 
nung, nachdem ich mich aber einige Male entschieden 
gegen ihn erklärt, natürlich mit aller Schonung, so gab 
er mich auf und bekümmert sich seitdem um meine Kunst 
auch nichts so viel mehr, wie er es mit Jedem macht, 
der nicht seines Glaubens ist. Mich grämt das nicht 
sehr, da wir in jeder Hinsicht zu verschiedener Ansicht 
find, sowol über Leben als Kunst; denn so sehr ich seine 
Gaben schäHe, so ist der Mann doch bei den schönsten 
Gaben zu einseitig. Gewiß wäre er fähig, ein sprudelns 
des, gesundes, kräftig schönes Leben seinen Werken zu
        

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