Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-455969
Capri. 
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gcirten, Kornfeldern und Obstgcirten zu befinden und hoch 
über sich noch nackte Berge zu sehen, wie in einem Schwki, 
zers oder Tirolerthal. Auf diesem Berge über Anas 
capri ist ein Telegraph Keine Unzierde, die alle hohe Berge 
entftelltI und eine ziemlich erhaltene Burgruine, die dem 
BarbarosTa zngeschrieben wird, nicht dem Kaiser, denn 
mit diesem wüßt7 ich sie in keinen Zusammenhang zu 
bringen, sondern der Sage nach errichtet gegen einen 
Seeräuber Barbarosfa. Das Interessanteste von Anas 
capri, wie von Capri, nur nicht so auffallend, ist die 
Bauart seiner Häuser, die ganz maurisch ist. Die Häus 
user oder vielmehr die Zimmer sind fast alle nur einstokkig, 
denn jedes Zimmer steht für sichs.allein und hat fein eige: 
net; Dach, das, weil jene alle gewölbt, kuppelförmig aus 
dem plattdachigen Rand hervorsteht. Solches: Zimmer 
sind nun mehrere, je nach dem Bediirfniß eines Hauses, 
aneinander gebaut, gewöhnlich rund um den Hof herum, 
wie Zelte. Auf diesem Hof ist ferner gewöhnlich ein 
Brunnen und ein Herd oder Backofen, der aber wieder 
in einer Art Zimmer ist; dann rings an den Martern 
herum steinerne Bänke und über diesen, von einem Dach 
zum andern, Weinranken. Jst eine Seite des Hofes viel: 
leicht offen und hat eine freie Aussicht, so ist hier eine 
Sciulenreihe, die das Laubdach trägt. Zu diesem Hof 
nun führt gewöhnlich ein Thorweg von außen. Der 
Hof ist das eigentliche Haus und hier sieht man denn 
das Leben und Treiben der Menschen; auch auf den 
Dächern, zu denen entweder vom Hof aus oder auch wol 
von außen Cdenn vor Dieben scheinen sie keine Furcht zu 
haben; Treppen hinauf führen. Oben nun, auf und 
zwischen den Dächern, die ihnen zugleich als Sitze dies 
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