Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-455856
III. 
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bare Morgen auch noch das Seinige beitrug. Leb, wohl 
du zauberisches Sorrentl Du dUftgewürzte, üppig bliis 
hende Wiege aller schönen süßen Traumes 
Es schwand dahin und nun entwickelte Ich zu unse: 
rer Linken, im Morgensonnenstral, ein ähnlich prangens 
des Ufer von Massa bis hinaus zum kahlen Eap Cams 
panella, das nur nackter Fels, hin und wieder mit Gras 
und einigen wenigen Qliven, Lorbern und Orangen be: 
kleidet ist und die äußere SpiHe des Golfs von Neapel 
bildet. Bald blieb auch dieses hinter uns und durch das 
offene Meer fuhren wir auf Capri zu, das, so schön es 
auch beleuchtet ist, doch je näher man ihm kommt, desto 
mehr von seinen Reizen verliert. Die Masse des Felsen 
ist kleinliih, bröcklich, zerrissen, bizarr kegelförmig, dabei 
sind seine Brüche rundlich weich und unbestimmt; die 
Farbe monoton und erdig gelb, seine Bekleidung von 
Gras wie ein darüber gehcIngtes Neg oder Spinugewe.be, 
grau und fast farblos; auch erscheint von weitem die Bei 
getation lange nicht so üppig als in andern Gegenden 
dieses Meerbusens, namentlich in Sorrent. Man sieht 
wenige Bäume und diese scheinen alle mehr Gartenpflan: 
zung zu sein.  
In zwei Felshciupter, auf dem siidlichen und nördli: 
then Ende der Insel, ist Capri getheilt und beide ver: 
bindet ein hohes Piano, auf dem das Städtchen Capri 
liegt. Auf der nördlichen Felsspihe, welche die höchste 
ist, bildet sich ein zweites Piano, auf dem Anacapri 
liegt. Außer diesen zwei Oertrhcn gibts aus der Insel 
keine. Nach Anacapri führt nur ein einziger Weg und 
zwar eine aus rohen Felsstückchen sehr steil und gebrekh. 
lich gebaute Treppe an der schrosTen Felswand. In einer
        

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