Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-455651
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N;eapel. 
spalten hervor, auf ganz einsamen, unersteiglichen Fels: 
zanken steht ein junger, ruhmsäuselnder Lorber, bläulich 
sTlbergrün hängt der Cactus sich an die Felswcinde, die 
Aloe strebt mit ihren mächtigen Blättern hinauf in die 
Luft und umgibt mit ihnen, wie mit einer schütg,enden 
Stralenmauer, ihren Stamm, um diese seltene Blüte zu 
vertheidigen. Wo die Felswand am Meer eine Nische 
oder eine kleine Bucht bildend einen Ankerplatz bietet 
und das Aus: und Einladen gestattet, ist ein kleiner 
Hafen. Solther Marinen hat diese Felswand fünf: die 
von Meta, die große und kleine vom Piano und die große 
und kleine von Sorrent. Hier auf dem Sand sind, 
durch vorspringcnde Felsen vor dem Anspülen und Eins 
dringen der Wogen geschützt, theils auch in die Felswand 
hinein und hinan gebaut oder geklebt, wie an einer Mauer 
Schwalbennester, die Häuser oder Höhlen der Marinari 
und vor denselben im Wasser oder auf dem Sande..rlies 
gen ihre Schiffe. In und um diese ist ihr Verkehr, ihr 
Haus und Herd, ihre Weiber und Kinder. Auf einer 
solchen Marine ist nun jedes Malauch eine kleine Kirche. 
Hier sah ich, was man so selten sieht, nämlich lebendig 
und sichtbar die Religion ins Leben treten: um die Sciule 
der Kirche wirft das Rettung suthende Schiff sein .Ankertau 
und während sie das Schiff hält gegen die Wuth der 
Elemente, rettet der Mensch das bang verzagte Schifflein 
seiner Seele im sichern Port des Glaubens und GebetsI 
Wenn wir auch wol in dem Innern unsern Glauben 
mit der Natur engVerbunden Enden, ach, in den Ein: 
richtungen des Lebens tritt uns das so selten sichtbar klar 
und deutlich entgegen. Wäre es so doch in der ganzen 
WeltL Würde für Manchen diese äußere Erscheinung
        

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