Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-455399
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Neapel. 
forderte und meinte, er habe keine Courage und müsse 
einem königlichen Cicerone doch gehorchenJ hatte immer 
seine Augen nach oben und wenn im Gelärm der pol: 
ternden Steine seine leitende Stimme nicht zu hören war, 
so war sein BliX desto gespannterz PlöHlich packte er 
Meier und riß ihn so zurück, daß dieser fast mit dem 
Führer hinschlug. Nehcr und ich sahen uns erstaunt 
um, aber in demselben Augenblick lag auch schon dicht 
neben uns, wo Meier gestanden, ein glühender Stein, 
groß wol wie ein Kindersiuhl und so scharf und eckig wie 
Messerschneiden. Jetzt winkte der Führer uns und eilig 
mußten wir rückwärts und zur Seite gehen; nachdem wir 
vielleicht 20 Schritte gemacht, sahen wir zurück und wirks 
lich war die ganze Stelle, wo wir gestanden, besciet mit 
feurigen Steinen, auf die immer neue niederprasselten. 
Der Wind hatte sich nämlich etwas gedreht und trieb sie 
jetzt mehr nach dieser Seite. Wir gingen noch etwas 
weiter vor, so daß wir ein wenig in den Krater hinein: 
sehen konnten; da sahen wir durch die Spalten und Risse, 
wie es drinnen wogte und stürmte und glühroth und feu: 
rig schimmerte wie geschtnolzenes Metall. Um näher hinan 
und bis auf diesen Kegel hinauf zu gehen, hätten wir 
der Steine wegen den ganzen größern Krater wieder um: 
gehen müsTen, um dann mit dem Winde den Kegel zu 
ersteigen. Das wollte der Eine Führer mit uns Unkun: 
digen trotz alles Bittens so spät nicht unternehmen und 
so entschlossen wir uns den Weg zurück zu machen. Die 
Nacht lag schon über der Ebene mit ihren violetten, pur: 
purtiefen Schatten und nur auf den Höhen gligerten noch 
einzelne rosig goldene Sonnenlichter zwischen azurblauem 
Schatten. Es war eine Reinheit und Bestimmtheit in
        

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