Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-455276
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Neapel. 
erfüllt gewesen, daß der Boden gezittert habe; die Finsternis; 
hätten klatschende, rollende Blitze durchzuckt und so das 
Grausen erhöht. Dann hätte plöHlich der Berg ungeheure 
Massen in die Luft geworfen, so daß fast der ganze 
Himmel verhüllt worden wäre und es geschienen hätte, als 
ob dieser aus nichts als schwarzem, glimmendem Zunder 
und feurigen Steinen bestände. Diese feurigen Steine 
nun, oder überhaupt der Umstand, daß diese Masse ent: 
zündet war, muß gemacht haben, daß so Vieles in Hers 
culanum vom Feuer beschädigt worden, sonst besteht die 
Masse an sich größtentheils aus Bimsstein, Asche und 
Schwefel und einer Art Mörtel. Das Wasser, das der 
Berg zu gleicher Zeit auswarf, hat diese Masse so zu: 
sammengeschlammt, daß sie so hart wie Stein und das 
durch das Ausgraben sehr beschwerlich geworden ist. 
Man glaubt, daß bei dem Ausbruch die Einwohner 
von Herculanum gerade im Theater gewesen und dort 
größtentheils begraben worden. Die Ausgrabungen bei 
gannen auf folgende Weise: Im Jahre l689 wollten 
einige Einwohner von Resina einen Brunnen graben und 
fanden nach 8l Palmen Tiefe verschiedene Bruchsiücke 
von Marmor und Jnschriften. Im Jahre l720 wollte 
aus diesem Brunnen, ihn erweiternd, ein Prinz Elbeuf 
Marmor zu seinem Cassino brechen und fand bei dieser 
Gelegenheit verschiedene Statuen; da gedachte man der 
verschütteten Stadt Herculanum und fand bald, daß diese 
hier gelegen hatte. Jegt setzte man die Ausgrabungen fort 
und fand nach und nach erst Bronzestatuen von Reitern, 
dann Jnschriften und endlich das ganze Theater. Dieses 
ist nun der einzige Raum, der offen gehalten wird, um 
ihn zu zeigen, die andern Raume, sobald man Das,
        

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