Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-455032
l26 
Neapel. 
mehr auf ihm, ist das Grab Virgils ,,Am Ruhe: 
plag der Todten, da pflegt es still zu scinU  so ist7s 
auch hier. Von der Chiaja aus geht man einen ziemlich 
ländlich einsamen Weg hinauf und glaubt wahrlich nicht 
mehr nahe bei der Stadt zu sein. Der Weg geht durch 
Weinberge, vor sich sieht man den Pauiilipp und zu den 
Vignen, die hier, schon ganz von großsiädtischer Bequem: 
lithkeit verlassen, sehr malerisch und oft unzugänglich an 
den Felsenwänden hängen, schlängeln Ich um Und über 
diese die romantischsten Fußwege und Treppen, immer 
von Rebengewinden und Lauben beschattet. Ueber und um 
sich sieht man die üppigste Vegetation, Aloen, Cactus, 
Palmen, Pinien, Lorberen, Feigen, Orangen u. s. w., Als 
les wuchert fast wild durcheinander. Durch dieses Grün 
erblickt man über die platten, oft schön staffirten Dächer 
der Häuser weg das dunkelblaue Meer, den schönen Golf 
mit seinem wunderbaren Zaubergürtel und den Vesuv mit 
seinem flammenleuchtenden Schloß. Auf den hübschen 
Treppen und Wegen ist es so heimlich und still, He find 
zu wenig belebt. 
Das Grab Virgils, in welchem man eine Urne mit 
bezeichnender Inschrift gefunden haben will und das schon 
nach der Angabe Seneca7s und StraboIs das echte sein 
soll, ist jetzt nichts weiter als eine viereckige Kammer in 
der Ecke eines Felsenvorsprungs. An den Wänden sind 
noch einige Urnennischen, aber keine Urnen mehr; auf 
der einen Seite ist ein Loch, das durch die Seitenwand 
des Felsen führt und wol der ursprüngliche Eingang ge: 
wesen sein mag. Wie man aber zu ihm kam, begreife 
ich nicht, denn es senkt sich von hier hinab eine schroffe 
Felswand, die correspondirend mit andern Vorsprüngen
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.