Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453311
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-454762
Museum 
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Auf der rechten Seite ruhen auf einem Ruhebette zwei 
Figuren, wovon die eine, weibliche, auf dem Bauch lang 
ausgestreckt liegt und das Kinn auf die Hände stügt, 
die andere, ein Jüngling, halb empor gerichtet sitzt, den 
Kopf hinterwärts nach der linken Seite des Reliefi5 wens 
der und in der. rechten erhabenen Hand eine Schale 
trägt. Diese Gruppe ist in einer auf leichten Säulen 
mit Teppichen verhängten Halle, über die ein Tempel 
oder Palastdach emporragt. Tische mit Candelabern, Ges 
fässe u. s. w. stehen neben dem Bett. Der indische Bat: 
chus, ein großer, etwas beleibter, hoch ernster Mann, in 
sehr langen Gewändern, mit einem langen Bart, mit 
langem, epheuverziertem und geflochtenem Haar,s wird 
von kleinen, behenden Faunen trunken hereingeführt; das 
sieht man, weil er mehr hinteniiber gelehnt ruht, als 
steht, und in einer träumerisch großartigen Stellung aufs 
gefaßt ist, wie nur ein berauschter Gott fein könnte. Ein 
edler, ernster Rausch, während sieh dieser Zustand in feig 
net Umgebung auf eine leichten Weise kundgibt, z. B. 
bei einem ganz betrunkenen Bürschchen, das dem Gott die 
Sandalen auszieht, hinter ihm lärmende, musicirende und 
tanzende Faunen, während der Gott, eigentlich nur von 
seiner eigenen Würde und Allmacht ergriffen, in ernster, 
sturnmer Entzückung versunken ist. Von ihm geht alle 
Wirkung aus und in höchster Potenz wirkt sie ergreifend 
wieder auf ihn. Jn seinem Zuge sind hübsche Figuren, 
z. B. ein ausgelassener, junger, hüpfender Faun, der 
auf zwei Flöten blast und zurechtweisend oder aufmuns 
ternd sich zurückwendet zu einer possirlieh launigen Figur. 
Dann ein kleiner Alter mit dickem Bauch, den kaum ein 
Tüchelchen bedeckt; er bläst, den Takt dazu tretend, auch 
5sIs
        

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