Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-449249
Venedig 
Von 
nach 
Rom. 
55 
Gericht; von beiden sieht man nicht Viel mehr und ich 
habe es nicht sehr bedauert; so wenig reizten mich diese 
Zerrbilder. Sie geben es für Buffalmaco aus. ZWeks 
tens die Capelle der Brigitta, wo an der Wand alte 
Frescomalereien von l417 sind, die auch in jeder Hinsicht 
aller Schönheit ermangeln; es ist weder Form Noth 
Farbe zu finden und nur durch ihre grenzenlose Naivetcit 
locken sie. Aber bei näherem Anschauen findet man in 
einigen Charakteren doch schon die Grundlage zu der 
furchtbaren Gewalt der Alten, wie man es auch schon 
in dem noch ganz unbeholfen gegebenen Motiv der Be: 
wegung und Gewandung merkt. So ist auf diesem Bild 
ein Petrus, der fast seiner Form und Farbe nach uns 
menschlich zu nennen wäre, und doch liegt eine Idee zu 
dem schönsten Petrus darin. Es ist ein starker, gewals 
tiger, schöner und gesunder Mann mit grauen Haaren. 
Man sieht ihm wol sein früheres Leben und Beschäftigung 
an, aber dabei flammt aus allen seinen Zügen, aus sei: 
nem Auge wirklich eine solche Seele, von der der Heiland 
sagen konnte: Du bist der Fels, auf dem ich meine Kirche 
bauen will. Dann drittens die Capelle di S. Sebastiano, 
in der ein sehr altes Altarbild, den Tod dieses Heiligen 
VVVfkEUEUd, für EIN AUdr ca Ma n tegn a ausgegeben wird. 
SV sThöU dieses Bild ist, so hat es doch noch so viel Un: 
beholfenheit, besonders in der Bewegung, daß ich es nach 
der Eapelle in Padua von diesem Meister Cder gerade in 
der Bewegung so originell und reich ward höchstens für 
ein früheres Bild von ihm halten möchte. Zu beiden 
Seiten dieses Bildes ist die Verkündigung, d. h. auf der 
einen der Engel, auf der andern die Maria, von Francia.
        

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