Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-448841
VcFcs1Z. 
Hi 
Lorber, auf dem üppigprangenden Rosenbeet zu nie ge: 
sehener Herrlichkeit gediehen; und wie sie heute Fasinachts: 
spiele und Tänze feierten, in Gondeln jauchzend auf und 
niederfuhren und der Geliebten Rosen in die Haare 
flochten, so morgen auf dem Srhlachtfeld; statt unter 
Tanz und Liebesliedern, wanden sie unter Kriegsliedern 
und Trommeten den Lorber sich ins Haar. Dazu kommt 
noch die äußere Körperbildung des Venetianers; ein üppig 
kräftiger und blühend gesunder Mknschenschlag, heischt ihr 
Körper tyrannisoh alle Arten von Freuden und Genüssen; 
dabei den täglichen Angriffen des Elements ausgeseHt, 
und allen seinen Schrecken und Verderben, haben sie von 
Jugend auf mit diesem Gotte kämpfen gelernt. 
Morgens um 9, I0 und il Uhr steht der Venetianer 
auf; dann fängt es in allen Straßen, auf den Cancilen 
und den Plätzen an zu leben und zu wimmeln; alle sus 
then jetzt im Winter die Sonne, da liegen, gehen, Wen 
und stehen sie kund ohne Gefahr überfahren zu werden, 
legt man sich mitten auf die Straße, denn Wagen und 
Reiter gibt es nicht, und die Fußgcinger weichen ausJ. 
Dann beginnen die Geschäfte und Alles in offenen Laden 
oder auf der Straße unter freiem Himmel; so dauert das 
fOkt, cum 3, 4 und 5 Uhr essen sie; um 9 Uhr geht das 
Theater an und dauert bis III bis l, 2 und 3 Uhr 
in der Nacht; und gerade des Nachts nach 9 bis t Uhr 
fängt erst recht das Leben an. Alles ist glänzend er: 
leuchtet, und sieht gar lustig aus, wenn die gespickten 
Kapaunen ihr eigen Licht auf dem Schwanze tragen. So 
sauft und treibt nnd schwirrt das also die ganze Nacht 
durch in allen Straßen, und trog dem soll es in einigen 
Straßen nicht ganz geheucr sein 0venigstens früher, jetzt,
        

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