Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-453156
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nach 
Rom 
Von 
Neapel. 
er fast mit der Meeresflciche gleich wird und das an seiner 
äußersten Spige liegende Gaeta wie eine kleine Insel bei: 
nahe erscheinen laßt. Denn dieses liegt auf einem Fels: 
block, der plöxzlich von allen Seiten schroff aus dem Mee: 
resspiegel aussieigt, ganz aber von Mauern, Thürmen 
und .Hiiusern bedeckt ist, die an ihm hängen, saß wie 
auf einander geschichtet, und endlich von der auf der 
höchsten Fläche liegenden Burg soder Kloster mit einer 
Kirche dabeiJ, die eine ziemlich große und schön con: 
tourirte Masse bildet, überragt werden. 
Zwischen Mola di Gaeta und Gaeta selbst ist das 
ganze Ufer fast wie eine einzige Straße mit kleinen, weis 
ßen Häusern bedeckt, die weiter nach Mola zu sich so 
mitten durch einen Orangenwald durchziehen, daß es fast 
aussieht, wie eine weiße Perlenschnur auf grünsammtnem, 
mit goldnen Sternen gesiiXtem Teppich. Wir fuhren 
sziemlich oben am Anfange des Orts in eine Villa hing 
ein, durch eine lange, schöne, üppig grüne Lorberallee, 
die nach altsränkischer Sitte zu einer hohen, festen Mauer 
geschoren war, hin und wieder Nischen und Durchsichten 
bildend, durch welche man erst bunte Blumengärten sah, 
von Rosenlauben und Hecken durchschnitten, voller Jass 
min, blühender Oleander und Acacien, und dann, wie 
einen Tempel der heiligen Nacht, die dunkelgrünen Ges 
wölbe der Orangenbäume mit ihren tausend funkelnden 
goldenen Aepfeln und schimmernd weißen Blüten. 
Endlich hielten wir mitten in diesem Garten vor 
einem recht schönen Palast, der fest zum Wirthshaus 
erniedrigt ist, worüber wir uns aber höchlich freuten; 
denn, da dies Alles so einladend war, das Wetter sich auf, 
heiterte und unser Kutscher, Um sich uns seht gefällig zu
        

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