Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-452502
Nomaden. 
38l 
einen Ersatz für den Mangel eines schönen Tages und einer 
schönen Gegend. Allem, wenn es nur in entschiedener 
GENUS Austritt, kann ich eine anziehende Seite abgewin: 
neu, und nur Neutralität und jene gepriesene Toleranz, 
obgleich ich sehr darnach ringe, sind meinem innern Wesen 
zuwider. Wir ritten so rasch, als die Thiere konnten 
und der Führer wollte, wobei wir an Ruinen vorbei: 
kamen, die vortreflich zu Räuberhöhlen dienen konnten. 
In der wüstesien Haide fanden wir mehrere pyramiden: 
förmige Hütten von Stroh, die noch von einer förmlichen 
Strohmauer umgeben; in den Hütten lagerten und kauerten 
am Feuer in Ziegenfelle gewickelte Hirten und innerhalb der 
Mauer standen und lagen ihre Esel und Pferde, denen 
der Sturm die Mähnen zerwühlte; vor der Mauer kauers 
ten dicht gedrängt die Schafe, um sich vor der Gewalt 
des Sturms zu bergen; ungeheure Hunde lagen herum 
und verfolgten uns lange, erst mit dem großaufblickenden 
Auge, ehe sie den auf die Erde gelegten Kopf erhoben, 
als wir aber näher kamen, sprangen sie plöHlich alle zu: 
gleich auf und strebten mit ihrem heulenden Gebell den 
Sturm zu übertönen. 
Das war ein echtes Bild des Nomadenlebens und 
reichte hin, in meiner Brust andere Gedanken zu wecken, 
als die der Sturm darin angefacht; denn sowie derselbe 
kalt in meine Brust griff, da sprang schmerzlich klingend 
eine Saite und ihr Ton klang wie Heimweh. Ich hörte 
wieder das Klappern der Thüren, Knarren der Balken; 
fühlte das Haus zittern, sah wieder die schwarze nächt: 
liche Straße und den weißschimmernden Schnee; sah wie 
der Wind das Licht in den Laternen flackern machte und 
aUsblEes, hörte den den Wind kaum dnrrhdringenden
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.