Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-452405
Tuscanella. 
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Wort noch im Munde, ein und überließ es den Andern 
sich zu streiten; als ich aufgeweckt wurde, meinen Kasfee 
zu trinken, donnerte und blitzte es und der Regen stürzte 
in Strömen vom Himmel. Dessenungeachtet gingen wir 
paarweise unter einem Schirm vereinigt und von einem 
Troß hübscher halbnackter Betteljungen begleitet nach den 
ältesten Kirchen. Unser Weg ging durch die Hauptstraßen 
der Stadt, bergunter, jedoch waren diese Straßen kaum 
etwas mehr als gepAasierte Rinnsteine, so eng, so un: 
wegsam und so vom Regen ausgespült waren sie. Keis 
nen Menschen sahen wir, hatten auch vorher bei unserm 
Einzug nur sehr wenige gesehen, so daß wir nicht anders 
schließen konnten, als daß die Stadt äußerst todt und 
ausgestorben sei. Jedoch war der Weg sehr interessant. 
Wir traten aus einer engen Straße, durch einen Bogen 
der alten Stadtmauer hinaus, ins Freie. Zur Rechten 
zog sich diese mit vielen malerischen, phantastischen Hausen: 
und Thürmen hin und begrenzte das Bild; zur Linken 
führte der Weg und die Mauer hinab in ein Thal an 
einem schönen Felfenabhang vorbei, der gegen uns, wie 
Parade machend, sein schrosfes schönes AntliH kehrte. Ihn 
krönte ein Helmschmuck dunkler, immergrüner Eichen und 
junger, schlanker Lorberbciume, in deren Schatten sich die 
Nacht verborgen zu haben schien. Ein langes, antikes, 
wenn auch nicht schönes Bassin ßng einen Quell, der 
aus seinem Innern sprang, auf; der Länge nach über 
dem Bass7n waren zehn bis zwölf antike Köpfe, flach 
Basrelief als Rosetten, ans denen eben so viele Stralen 
des silberhellen, klaren Wassers sprudelten. CDoch ist auch 
möglich, daß diese Arbeit mittelalterlich, wenigstens schie: 
nen es einige der Köpfe.J Noch etwas weiter im Thale
        

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