Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-452159
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Rom. 
Punkt. Hier theilten sich die rechts am Wege liegenden 
Hügellager und verschoben sieh in recht mannichfaltige 
schön geformte Gruppen, durch welche hindurch man, wie 
in ein Thor hinein, in ein angenehmes Thal sah, das 
sich weit in die Berge hineinzog nnd schon vor den Berg 
gen begann, wo es eine grüne üppige Ebene war, mit 
einzelnen schönen, leicht belaubten Bäumen bese;zt, unter 
welchen eine freundliche Meierei oder ein Kloster lag. 
Der klare Fluß, den wir passieren, kam durch dieses Thal 
her und theilte sich vor uns in zwei Arme, die eine 
kleine mit Bäumen beseHte Insel umschlangen. Das 
Ufer des Flusses war mit schönem Gebüsch bewachsen, 
sein Wasser hell und klar und sein Lauf fröhlich und 
rasch wie ein heiteres Jugendlied. Von hier aus ward 
der Weg wieder langweilig, eine formlose Fläche, mit 
verkrüppelten häßlichen Korkeirhen hin und wieder besetzt, 
wie er auch anfänglich war; immer deutlicher aber sahen 
wir die Inseln, die wir leicht angedeutet schon vor Ei: 
vita vecchia erblickt hatten, nämlich J. Giunati, J. Gi, 
glio und am fernsten Elba, von welcher leHtern wie 
Sirenengesang ein wunderbarer Name durch die stille 
Morgenluft herüberwogte. Hätte mein Auge es auch 
nicht sehen können, wiewol es nur kaum es sah, den: 
noch würde ich am Himmel den Glanz dieses Namens 
haben widerstralen sehen, gleich wie wir noch den Wis 
derschein der Sonne nach ihrem Untergange am Himmel 
erblicken. Wäre Elba noch so klein und unsichtbar, die 
Erinnerungen, die an seinen Klippen, gleich Schiffen, die 
des Sturmes Wirth geankert, hängen und diese Felsen 
blühend nmranken, heben hoch zum Himmel ihr leuchten: 
des Haupt und stralen weit hin über die Welt. Wie
        

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