Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-451998
Guts 
Roms 
Die Allee war hier aus, aber wie lag Albano daI 
Links im Vordergrunde stand ein Kloster unter dunkeln 
Eichen, rechts zwei einzeln stehende Cyprcssen, in der 
Mitte Albano. Es war schon ganz in die dunkeln 
Schleier der Nacht gehüllt, durch die freilich nächtlich, 
aber um so glühender die bald ganz verlöschenden Far: 
ben schienen. Einzelne Pinien ragten empor und schwam: 
men wie kühlende schirmende Fächer darüber in der gols 
denen Abendglut, die am Horizont in ein dunstiges Flams 
menmeer mit dem Meere, das man hier sieht, zusams 
menfloß. Zwischen Albano und dem Meere tauchten 
noch einige bewaldete Hügel mit Klöstern und Villen aus 
dem geheimnißvoll webenden Nebel der Nacht auf, wie 
Kinder, die schlafen sollen, noch einmal ihren Kopf aus 
der Decke munter hervorstreXen, ehe He einschlafen. Hin: 
ter diesen war die Campagne bis zum Meer schon tief in 
Nacht gehüllt, aber hell, bläulich silbern zogen noch an 
einigen Stellen lange krciufelnde Züge von Rauch in die 
goldne Abendluft, wo sie aber bald dem Auge verschwan: 
den. Die Sichel des Mondes zog hellstralend, aber ziem: 
lich niedrig, wo schon das Blciuliche in Gold verschwamm, 
am Himmel hin. Weiter oben, wo die Luft dunkler, 
purpurner, flimmerten einige Sterne, hin und wieder 
von schwarzen Fledermciusen, die die Luft durchschwcirm: 
ten, Verdeckt; in den nahen Bcinmenschlug die Nachti: 
gall und ganz leise aus sder Ferne antwortete ihr sehn: 
lich lockend und schwellend und schwellend, bis der Ton 
mit dem Gold des Abendhimmels zu verschwimmen schien, 
eine zweite. Kapuziner, alte und junge, würdige und 
widerliche, zogen uns in ganzen Zügen entgegen, ihrem. 
Kloster zu, und unten in der Stadt erkannten wir, theils
        

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