Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-451976
Z2ö 
Rom. 
scheinlich Von alten Villen. Der Felsenuferrand, der 
ringsum von der Wasserflciche sanft aufwärts steigt, ers 
hebt sich, wo der Emissar ist, etwas plöHlicher und schrof: 
fer und bildet so eine Art von kleinem Vorsprung in dem 
Felsenkreis; in diesem Vorsprung ist der Anfang oder 
Eingang des Kanals und damit dieser nicht verschüttet 
und ein so beschwerliches und mächtiges Werk nicht ver: 
dorben wird, ist, wie der Vorhof vor der Stifte3hütte, 
aus ungeheuern Quadern eine riesenhaft starke Mauer 
davor gebaut, die im Innern ihrer drei Wände Cdie 
vierte bildet der Felsen; eine Art Hof oder offene Halle 
bildet. Der ganze Felsenvorsprung ist mit alten, schönen, 
immergrünen Eichen bewachsen und namentlich hat eine 
auf der Mauer dieses Hofes wie ein Briareus mit hun: 
dert Armen ihre mächtigen Wurzeln geschlagen, sodaß, 
wenn man in den Hof eintritt, man unter den Wurzeln 
steht und erst durch diese in die dunkelgrüne Nacht der 
alten beschatteten Krone dieser Eiche hinaufblieken kann. 
Vor dem Eingang zu dem Emissar steht noch auf dem 
schmalen Uferweg, den der Abzugsgraben bis zum Fels 
senthor durchschneidet, ein ganzer Kranz von solchen als 
ten Eichen, die wie die Riesenwacht um einen Zaubers 
hart dieses Meisterwerk alter Zeit in ihrem dunkelgrüs 
neu Mantel zu verbergen scheinen, damit die freche Zeit 
nicht ihren zerstörenden Zahn auch hieran lege. Von 
Alter und langem Wachen müde, neigen einige ihr ern: 
stes Haupt hinab in den tiefen, aber klaren Born des 
Sees, aus dem sie immer neue Kraft und Wathsamkeit 
zu trinken scheinen und wie verjüngt aus diesem ZqU. 
berbade sich erhebend ihre vollen, saftig grünen Zweige 
in die Luft hinausstrecken.
        

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