Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-448656
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Einleitung. 
Meinungen Anderer, die der Gesinnung nach eben: 
falls ehrenwerth ist, ich verlasse, um den Künstler 
wiederum entbunden, frei, selbständig, ja auf dem 
Wege zu großer Meisterschaft zu zeigen, sei7s mir 
vergönnt, Vermuthungen über die Gründe auszustel: 
len, welche den Künstlern unserer Tage das Zusan1: 
menfortleben minder, als denen alter Zeit, ersprießlich 
machen. 
,,Was in den blühenderen Zeiten die Künstler zu 
größeren Haufen vereinigte, war entweder die Schule 
und Werkstätte sehr beschäftigter Meister, oder auch eine 
Unternehmung von solchem Umfang, daß viele gleich: 
zeitig und gemeinschaftlich daran zu arbeiten fanden. 
Ihre gegenseitige Mittheilung war daher ganz prak: 
tisch; sie zeigten einander, wie7s jeder zu machen ver: 
stand; sie sprachen mit dem Pinsel oder Griffel. In 
unseren Tagen hingegen vereinigt sie gemeinschaft: 
liche Arbeit an demselben Werke höchst selten, ge: 
wöhnlicher irgend eine berühmtere öffentliche Kunst: 
schule, oder ein günstiger Markt fürs die Produktionen, 
die jeder für sich und einsam in dem Geheimniß sei: 
ner Werkstätte hervorbringt. In beiden Fällen wird 
die künstlerische Bevölkerung der berühmteren Mittel: 
Punkte leicht stehend, während sie früher, durch das 
Begehren nach Arbeit, an mehr als einer Stelle be: 
weglich, veränderlikh war. So bilden sieh in unsern 
Tagen, leichter als sonst, blos gesellige Cotterien von
        

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