Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-451475
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Rom 
schmut13e Kerle in kurzen, blausammtnen Hosen mit sit: 
bernen Schnallen, eine rothe Schcirpe um den Leib, eine 
Sammtjacke an, oder über die Schulter hängend, und 
einen schwarzen Hut, mit Blumen geziert, auf. In der 
Mitte des Kreises tanzte ein wunderliebliches Mädchen 
von I6 Jahren ungefähr, die so schön gewachsen, wie 
ich selten gesehen; sie bewegte sich so graziös, als ob 
sie vorher jede Bewegung einstudirt, die doch immer un: 
willkürlich, auf Anforderung der Mittänzer kömmt. Die 
Bewegung und der leichte Wind legten das knappe, an: 
liegende Gewand ihr fest um die Glieder, die Jacke 
hatte sie ausgezogen und man sah wunderschön geformte 
Arme; ein volles, edel jugendliches Gesicht, mit einem 
dunkelrothen, trotzig gebietenden und verlangenden Mund, 
mit zwei glühend schwarzen Augen, die, wie in weißem 
Licht schwimmend, wieder von seidenen schwarzen Wiens 
perrcindern eingefaßt wurdensund aus einer tiefen Höhle 
unter schwarzen Augenbrauen hervorgliihten. Das ganze 
Gesicht zeigte, daß ihr Herz nur beim Tanz sei, glühend 
vor Lust und Eifer; ihre schwarzen Flechten waren nie: 
dergefallen und tanzten auf ihren Schultern oder schlang 
gelten sich um ihren Hals herum. Sie tanzte mit einem 
hübschen Kerl und jedes Mal, wenn sie einen Augenblick 
aufhörten, erscholl ein allgemeines Bravo.  In den 
Osterien ging es nicht weniger lebhaft zu; da ward an 
einem Tisch das Morraspiel gespielt Cdas ist das Finger: 
zählspielJ und ein großer Kreis gespannter, neugieriger 
Zuschauer stand herum; neben einer im Freien sehmaU, 
senden Gesellschaft spielte man das Werfespiel mit Skki, 
nen, Boccia genannt, Andere schlugen Ball; dann kam 
wieder eine Gesellschaft, der ein junger Kerl auf dkk Zi,
        

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