Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-451094
III. 
III 
wurde Neher und ich vorgeschlagen. Diese schmeieheli 
hafte Aussicht ist jeHt aber Verschwunden. Doch das soll 
mich Alles nicht grämen, Gott wird mir schon beistehen. 
Auch hat Overbeck sich sehr für mich interessirt, und 
wünscht, daß ich hier bleiben möchte. Er will darum sich 
auch meinetwegen in Frankfurt verwenden. Doch komme 
es, wie es wolle, mir ist jetzt Alles recht. Wie Gott 
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Eine Zeit lang schien es ruhig hier zu sein, doch jetzt 
sind die Oesterreicher aus der Romagna fort und gleich 
fängt der Teufel wieder an dort zu spuken und sogar 
auch hier; allmichtlich fallen wieder Arretirungen vor. 
Cornelius und OVerbeck sind fort und so hat, wenigstens 
was die Maler betrifft, Rom seine beiden Glanzlichter 
verloren; die jüngern sind leider fast alle nicht viel mehr, 
als man sie überall in Deutschland trifft, Einzelne aus: 
genommen, zu denen und zwar vor Allen obenan mein 
Neher gehört; bei den Landfchaftsmalern ist auch Nerli; 
mit zu erwähnen. Im Allgemeinen sieht man, erbar: 
mungswiirdigere Subjecte hier als in Deutschland, da sie 
Alle sich hier selbJständiger fühlen und so mehr gelten 
wollen, sich mehr aussiellen und doch nichts als ihre 
Schwäche sehen lassen.  Kann ich den Winter norh 
hier bleiben, werde ich hinunterziehen zum Peter, denn 
dort ist eigentlich doch mein Schatz in Rom, mein Paradies, 
mein liebster Platz, die Sixtina und der Vatikan, wo 
ich alle Tage möchte sein können. Overbeck habe ich un: 
endlich liebgewonnen; wünschte ich auch nicht alle Mem 
schen so und fühle ich, daß ich nie darnach streben kann, 
leider auch nicht mag, so zu werden, so hat doch seine 
Frömmigkeit, seine Seelenreinheit und Unschuld etwas
        

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