Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-451065
AusflUSs 
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tiefsten Schatten bis zum höchsten Glanzpunkt des Lichtes 
auf offener Straße, unter freiem Himmel zeigt. Dinge, 
die im Norden ihm ewig verborgen sind, nur im Winkel 
hinter undurchsichtigen Mauern und Riegeln geschehen, die 
er also nur sich denken und abstrahiren, nie in ihrer wirk: 
lichen Erscheinung belauschcn kann, die sieht er hier öffents 
lich auf der Straße; so kommen ihm ganz neue Motive, 
ganz neue Ansichten und Ideen von Vielem; hier erst 
kann er sein Gemüth heimisch im Leben machen und 
dieses gleichsam seinem Gemüth emailliren. Das, was früs 
her unbekanntes Land ihm war, was er nur vomHören: 
sagen kannte, das lernt er hier fast insiinktmcißig, wie der 
dumme Bauerjunge sein Dorf und dessen Umgebungen 
bis zum verborgensten Winkel kennt, und zwar in den 
nacktsten Formen, freilich seine Kehrt: wie seine schöne 
Seite, aber wie schön in diese auch, und wirklich im 
wörtlichen Sinne des Wortes n a ckt, denn fast halbnackend 
sieht man Mann und Weib Cdie schönen, schönen Weis 
ber0 und Kinder in den verschiedensten Situationen des 
Lebens. Hier weiß ich doch, wie es ist, und werde mich 
nicht schmerzlich täuschen, werde leicht die Juwelen unter 
den Steinhaufen Enden; ist aber Alles gleich versteckt, lüfte 
ich eine prunkende Hülle und wcihne Ebenmaß zu finden, 
wo nur Verkrüppelung vorhanden, so ist das widerlichl 
Erzählen muß ich doch auch noch, daß wir Schadow 
ein Abschiedsfest gegeben, dem ich, trotz dem, daß ich 
nicht wohl war, beiwohnen mußte, um Niemand zu kraus 
km Cso wünschte es CorneliusJ, da man es sonst von 
feiner Schule hätte für Absicht auslegen können, denn 
von den andern Schülern fehlten viele. is Das Einzige, 
das Mich freute, war, daß ich bei der Gelegenheit mit
        

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