Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-450797
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auf der einen Seite eine symbolische Figur, die Kraft, 
zur andern eine, die Phantasie. Diese beiden nun 
waren die genannten Cartons, das Mittlere aber konnte 
nicht benutzt werden, da Cornelius nur Maler ist und 
also mußte ich statt dessen blos die Malerei als einzelne 
Figur dazu componiren und ausführen, da Neher die 
Kraft und Eberle die Phantaße übernommen. Das war 
nun freilich etwas Gewagtes für mich, zu Cornelius7 Coni: 
positionen, nach vollendeten Cartons gemalt, schnell eine 
über Lebensgröße große Figur zu componiren, zeichnen 
und malen. Doch da es nicht für die Kritik berechnet 
war und anders keinen Anspruch machen sollte, als einen 
Raum auszuschmücken, so übernahm ich es und ohne 
kleine Skizze, ohne Modell war in einem Tage eine fünf 
bis sechs Fuß große s7Hende weibliche Figur mit zwei 
Buben fertig gezeichnet sfreilich mag es danach geworden 
seinJ. Die Compositionen sind so: die Kraft, ein Weib 
in Helm und Panzer, eine Säule in der Hand, s7Ht 
auf einem bezwungenen Löwen; ein Bube ihr zur Seite 
hält eine Keule, ein anderer bringt einen Eichenast. Die 
Phantasie schwebt sikzend auf der bezwungenen Sphinx 
Hals Rcithsel der NaturJ zum Himmel, ein Sternenkranz 
um ihre Stirn und ein Lorberzweig; ihren Blick nach 
oben gewandt, greift sie begeisiert in die Harfe, eine los 
dernde Fackel ruht in ihrem Arm; zu ihren Füßen schwebt 
ein Knabe, der einen Blütenzweig schwingt. Nun mci: 
nes, also die Malerei: ein Weib, einen vollen Bin: 
menkranz im Haar, die Flamme der Begeisterung auf 
der Stirn, blickt vertieft in die Welt hinaus, in einer 
Hand die Palette, die andere gehoben, eben im Begriff 
zu schaffen; buntfarbige Flügel, als dem Himmel ern:
        

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