Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-450479
NO 
ROM. 
vom alten Koch, dem Landschaftsmaler. Seine Compo: 
Motten sind die genialsten, originellsten und zugleich groß: 
artigsten von allen, wie er es auch eigentlich in der Aufs 
fassung ist; nur fehlt ihm alles Darstellungsvermögen 
und sind sie deshalb schlecht gezeichnet und roh behandelt. 
Die Farbe aber ist wieder sehr krciftigs und historisch. 
Besonders schön ist über der Eingangsthür der Traum 
des Dante, wie die Thiere ihn verfolgen und dann Virgil 
ihn rettend in die Hölle einführt. Die Landschaft ist 
auch äußerst schön, auf der einen Seite am Himmel 
Abendroth, auf der andern die Sichel des Mondes.  
Das zweite Bild ist die Hölle und kann man die Genia: 
lität in Auffassung und Composition auch nicht abspre: 
then, so ist es doch so kümmerlich und gräßlich gemacht, 
daß dies Grcißlichkeiten schnurrig und lächerlich werden. 
Das Dritte aber, der Eingang zum Fegefeuer, ist sehr 
schön in Allem.  Das Vierte sind die Strafen des 
Fegefeuers und ist nicht weniger schön. Ueberhaupt steht 
er riesenhaft bei den andern Herren da und ist eigentlich 
der Einzige, der sich den alten gewaltigen Helden nähert, 
nur OVerbeck7s Darjtellungsgabe müßte er haben. 
Von der Villa gingen wir in eine Kneipe zu Tisch, 
iwo nach echt römischer Sitte Alles in einem Raum ist, 
Küche, Wohn: und Speisezimmer, Hühnerstall u. s. w. 
und sahen dann noch S. Croce, wo es eine sehr schöne 
aber restaurirte Decke von Pinturicchio gibt. Es ist ein 
Nonnenkloster in der Stadtmauer. Dicht daneben besin: 
den sich die Ruinen vom Tempel der Venus und des Cus 
pido, in dessen Glanzzeit sich die armen Nonnen wol oft zu. 
rücksehnen mögen und dort lieber Priesterinnen zu sein wük1, 
schen, als in diesem finstern Kloster.  Hierauf besuk:h,
        

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