Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-450209
Carneval. 
Unruhen 
l5I 
genommen worden. In den Mauern der gegenüber be: 
findlichen Häuser sieht man die Kugeln in Menge sitzen. 
Nach dieser Geschichte war Alles ruhig; die Stadt erschien 
wie ausgestorben, nur von Patrouillen belebt. Es soll 
in derselben Nacht noch eine Patrouil1e von 5 Mann 
entwafTnet und die Schildwache im Colosseum erschofTen 
worden sein. Auch soll ein Franzose an der französischen 
Akademie ermordet gefunden sein. Am andern Tag 
ging man Morgens hin und besah die Kugeln. Es 
erfolgten neue und schärfere Edicte, denn man erwartete 
wieder Vieles; es wurde zur Sicherheit der Stadt eine 
neue Biirgergarde ausgehoben und bewaffnet, und so ging 
in banger Erwartung auch wieder der Tag und der Abend 
hin. Einige wollten von der leHten Station vor Rom 
her Gewehrfeuer gehört haben. Viele Untersuchungen und 
Verhaftungen fielen vor; so fand man bei einem Schnei: 
der eine Menge Uniformen, an 4000 Stück französischer 
tricolor Cocarden und Fahnen, anderswo Waffen. Bei 
Materialisten fand man ungeheuere Vorrcithe an sBrenn: 
Materialien, als Terpentinöl, Pech, Fackeln, Windlichter. In 
Folge dieses ward am Montag Abends ein Edict ange: 
schlagen, nach welchem jeder Bürger beim ersten Schall 
der Glocken oder eines Kanonenschusses auf seinem Plaxz 
bewaffnet erscheinen müßte. Neben den Patrouillen des 
Militairs sollten auch die Pompiers, die beim Löschen 
angestellt sind, die ganze Nacht auf ihrem Posten und 
des Zeichens mit der GloXe gewärtig sein. Abends kamen 
die Gesandten zusammen. Dann gingen PatrouilIen von 
Trasteverinern, mit einem Dolch und Pistolen bewaffnet, 
herum und hielten Jeden, der ihnen verdächtig schien, an, 
8UgkM ihm blanke Waffen und fragten: ,,chi viva2ts
        

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