Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-450034
IT 
II 
gann der Carneval, wovon ich nichts sah, da ich in Folge 
einer Erkciltung im St. Peter ein Fieber, mit Hals: und 
Kopfweh verbunden, hatte und zu Bett liegen mußte. 
Am Sonntag war Kuppelbeleuchtung von St. Peter und 
Girandola, wovon ich aber auch nur vom Bett aus den 
Lcirmen hörte. Morgens zuvor war Krönung gewesen, 
wobei folgende Feierlichkeiten stattfinden: erstlich ein so: 
lenner Zug durch den St. Peter, dann Hochamt, das der 
Papst selbst hält, und außen auf dem Altan am St. Pes 
ter, hoch erhaben über ganz Rom, die Krönung und die 
Beuediction, wobei eine ungeheure Menge Volks auf dem 
Petersplatze sich versammelt. Das Feierlichsie dabei ist: 
es wird von einem der Cardinäle ein Büschel Flachs 
angezündet und, indem derselbe schnell von den Flammen 
verzehrt wird, sagt er zum Papst: ,,So verschwindet die 
Herrlichkeit dieser WeltlU 
Am Sonnabend, ehe der Carneval begann, war auch 
noch die Judenbelehnung auf dem Capitol. Alle Jahre 
nämlich müssen die Juden durch einen Abgesandten von 
neuem um die Erlaubniß einkommen, noch ein Jahr in 
Rom bleiben zu können, wobei sie versprechen müssen, 
sich gut auszuführen. Dies geschieht nun so: Der erste 
Senator, prächtig gekleidet, mit rother goldgestickter Toga 
und goldnem Mantel, sitzt auf einem Thron, umgeben 
von seinen Edelknaben, schönen Kindern mit rothen Hosen, 
kurzem Röckthen und Mäntelchen und Kragen, wie aus 
dem l6.Jahrhundert. Die drei ältesten Juden im schwars 
zen Habit mit Mantel und gesticktem Kragen, ihr Ba2 
rct unterm Arm, erscheinen vor ihm und bringen als 
Zeichen der Geschenke, die sie geben werden, jeder einen 
Blumenstrauß, halten dann ihre Rede, worin He bitten
        

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