Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-449583
Von 
Venedig 
nukh 
Rom. 
89 
gen . ich wollte, ne hatte drin gesessen statt der übris 
gen Gesellschaft, denn gern hätte ich tagelang dies Wesen 
betrachtet. 
Abends in Narrn tranken wir MontesiaJcone, der 
vortrefflich schmeckte. Civitä castellana geßel mir seht, 
man hat eine herrliche Aussicht in das Sabinergebirge; 
dann liegt die Stadt höchst malerisch auf schroffen, hohen 
Felsen und über einem in Cascaden schciumenden Flusse, 
der tief zwischen hohen und zerrissenen Felsen dahin läuft, 
von deren einer Höhe zur andern eine lange massive steinerne 
Brücke führt, die aus drei über einander gebauten Bos 
gen besteht; sie ist ungefähr t00 Fuß hoch über dem 
Flusse. In Monte roß blieben wir die legte Nacht. Am 
andern Tage reisten wir beim schlechtesten Wetter, weih: 
rend Sturm und Regen durch die öde, trübe Campagna 
von Rom. Kein Baum war zu sehen, nichts als duni 
kclrothe Erde, die fast wie mit Blut getränkt schien, und 
dann in der Ferne die schöne Kettenlinie vom Gebirge, 
die aber so in Regen gehüllt war, daß man He kaum 
sehen konnte. Das junge Korn war überall grün, aus 
der rothen Erde herVorgekeimt. Von Zeit zu Zeit erschies 
neu zerrissene Felsen, Höhlen, ein Flußbett, in dem ein 
Waldstrom brauste, aber sonst Alles nackt und kahl. Die 
Straße voll von Karten und Wagen. Mir wurde ganz 
unheimlich und bang; sollte das ein Vorzeichen sein, daß 
Rom mich so empfängt  grau und trübe wurde meine 
Seele wie der Himmel über mir  sollte so trübe mein 
Leben in Rom werden, Regen und Sturm die Ruhe sein, 
die mich erwartet2 Gott, wie wurde ich traurig und 
bMgI Dazu erschien mir nun erst so recht alles Große 
EkfkVtben und begraben in dieser öden, weiten CampagMt;
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.