Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Briefe eines deutschen Künstlers aus Italien
Person:
Speckter, Erwin
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-447915
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-449301
Von 
Venedig 
UND 
Rom. 
6l 
surchtbarsten Seelenernst erfaßte und mit der unbcindigs 
sten Glut ausführtez so sieht man wol, daß er als echter 
Jsraelit ein furchtbarer Verfolger Christi und aus wahrer 
innerer Ueberzeugung war und daß kein Mensch ihn hätte 
eines Bessern zu überzeugen vermocht. Aber eben so klar 
sieht man auch, wie ihn Gott mit einem Blick und Wort 
überzeugt und zu einem eben so feurigen, gewaltigen 
KcTMPfEV für seine Sache gemacht. Sein schönes, gewaltig, 
tief ernstes Haupt stügt er in die Hand und scheint den 
göttlichsien Geheimnissen nachzusinnen, um sie in den 
wichtigsten, ergreifendsten, aber klarsten Worten auszu: 
sprechen. Gott möchte man danken, daß er diesen Mann 
mit dem scharfen Schwert in seiner Hand zu seinem 
Kämpfer umgewandelt, der Jeden nun auf das liebevollsie 
willkommen und Bruder nennt und nichts weiter will, 
als daß alle Welt den einen Hirten erkennen, seiner 
Stimme folgen und feine Schäflein werden. Ja so kann 
man furchtlos auf ihn zugehen und in sein schönes Gc: 
ficht sehen, das sonst Jeden müßte zurückgeschreckt und mit 
einem Flammenblick vernichtet haben, als dieser Blick 
noch vom feindseligen Feuer loderte. Nun glüht er lauter 
Liebe und Göttlichkeit. Prachtvoll ist sein Gewand und 
so dem Charakter des Ganzen angemessen, daß mir scheint, 
schon aus dem Gewande müsse man erkennen, daß die 
Figur ein Paulus sei und kein Andrer dürfte in solchen 
Falken, solchen Massen sich bewegen; und so ist auch die 
Farbe.  In der Mitte nun endlich sieht die Cciciliel Ein 
wunderschönes, göttliches Weib, auf das reizendste costu: 
mirt, voll glühenden, prachtvollen Lebens. Das Gewand 
fällt in wenig Falten, keine große Massen durchschneiden
        

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