Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister
Person:
Vasari, Giorgio Förster, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-437565
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-442396
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cLll. 
Das 
Leben 
des 
fkorentinischen Malers, 
the nngeschickte Leute von Noth getrieben auf Einfälle keins 
men welche die oorztiglichsten Meister nicht haben würden. 
Während der Vollendung des Grabmals von Papst 
Julius 1l. ließ er einen tSteinmelgeu eine .Herme ausführen, 
die er bei dem Grabmale Hin Sau Pietro in Vineula auf: 
stellen wollte in der Weise, daß er ihm sagte: .,heute 
nimmst Du dießshierweg; das mach eben, das polirelU so, 
daß der Steiumet2 ohne es geahnt zu haben eine Figur 
zu Staude brachte. Als sie vollendet war, betrachtete er 
 He mit Verwundern: ,,Wie scheint Dir das7U fragte ihn 
Michelaguolo; ,,gut scheint es mir,H antwortete er, ,,uud 
ich bin Euchsgroßen Dank schnldig.0 ,,Weßhalb2H sprach 
Michelagnolo. ,,Weil ich,l4 erwiederte jener, ,,dnrch Euch 
eine Geschicklichkeit in mir gefunden habe, von der ich nicht 
wußte, daß ich sie hätte.0 VI 
 Doch um es kurz zu machen, füge ich, nur noch hinzu: 
wills Mithelagnolo hatte einen sehr gesunden Kdrper, mager, mit 
guten Nerven ausgestattet. Als Kind war er schwcichlich 
 nnd mußte als Mann zwei bedeutende Krankheiten durch: 
 machen, ertrug indeß jede Beschwerde leicht und hatte kein 
Uebel, als daß er im Alter an Nierenschmerzeu litt, weßhalb 
q.Jj.kk 
VII Bottaki erwähnt mehret andrer tresfender Bemerkungen des Michel: 
angeln, deren theils Vasari in diesen Biographien, theils andre 
Schriftsteller gedenken, und Unter denen die erbebiichsien folgende 
sind: ais er ein Gemälde des Ugo da Carol sah, unter welches 
dieser geschrieben hatte, es sey ohne IJpinsel gearbeitet, sagte er: es 
würde besser geworden seyn, hätte er mit demsLpinsel gearbeitet.  
Als ihm einige von AlesTandro Cesari gefertigte Medaillen vorgelegt 
wurden, bemerkte er, die Todesstunde der Kunst habe geschlagen. 
s7denn sie habe nun ihr Beskes.volcbkacht.  Die von Cronara erbaute 
Kirche S. sFrancerco at monte bei Florenz nannte er sein schönes 
Landmädcden.  Als er das von Tisian gearbeitete Porträt des 
Herzogs Atsonso von Ferrara sah, gestand er. er habe nie geglaubt, 
daß die Kunst so viec,leisien könne, und fügte hinzu: Nur Tizian 
verdiene ein Mater genannt zu werden.
        

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