Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister
Person:
Vasari, Giorgio Förster, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-437565
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-442212
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CLIl. 
Das 
Leben des 
Maine, 
florentii1ischen 
er zu thun hatte, daß.derjenige, der sich ausschließlich da: 
mit beschäftigt, nicht mehr darin leisten kann. Seine Arbeiten 
mit dem Pinsel und dem, Meißel wurden dadurch fast un: 
nachahmlich; er verlieh, wie schon gerühmt wurde, seinen 
Werken so viel Kunst, Anmuth und Lebendigkeit, daß er 
Cwsie ich ohne Kränkung von irgend wem sagen datfJ die 
Alten übertroffen hat; auch wußte er die Schwierigkeiten 
bei der Arbeit so leicht zu überwinden, daß sie nicht mit 
Mühe ausgeführt zu seyn scheint, obgleich der, welcher seine 
Sachen zeichnet, sie beim Copiren wohl darin erkennt. 
Die Kunst Miohelagnolo7s fand während seines Lebens 
und nicht wie bei Vielen zu geschehn pflegt, erst nach seinem 
TodesAnerkennung, denn wir haben gesehn, daß die hohen 
Päpfie Julius l1z, Leo  Clemens VlI., Paullll., Julius 
III. M; und Pius V. ihn immer in ihrer Nähe haben wolle 
ten, und wissen dasselbe von Solimanidem türkischen Stil: 
tan, Franz Valois, dem, Kinzig von Frankreich, Kaiser 
Carl v., der Signoria von Venedig 227j und Herzog Cosimo 
Von Medici, welche alle sich erboten ihm ehrenvollen Gehalt 
zu zahlen ans keiner andern Ursache, als um Antheil zu 
haben am Glanze seiner Kunst. Dieß geschieht nur Mem 
schen von hohem Werth gleich ihm; man hatte erkannt nnd 
gesehn, daß die drei Künste in ihm zu einer Vollkommenheit 
22SJJu1ius IlI. war dem Michecaugeto persöncikh mehr zugethan, ais 
die andern Wahne, die ihm wohl mehr wegen des Ruhmes, den sie 
selbst durch seine Werke erlangten, als aus irgend einem Indern 
Beweggrund Gutes erwiesen. Julius 1Il. dagegen gestatten nicht, 
daß er zu viel arbeite, um ihn bei feinem vorgerückten Alter zu fchonens 
Er sagte öfters, er würde gern seine eigne Lebenszeit avkiirzen, um 
die eines so großen Mannes zu vertängern, nnd,wenn er diesen 
übersehe, werde er dessen Körper elnbalsamiren lassen und stets in 
feiner Nähe haben, damit sein Leid unvergcing1ich sey, wie feine 
Werke; endlich regte er den Condivi an, diesBiographie des Michel: 
angelo zu schreiben und nahm die Dedieation dieses Werkes an. 
NO S. die von Condivi verfaßte siographie, H. IT.
        

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