Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Leben der ausgezeichnetsten Maler, Bildhauer und Baumeister
Person:
Vasari, Giorgio Förster, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-437565
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-441466
,Bildhauers 
und  
.Bautneifters 
Michelagnolo 
Buonarroti. 
343 
Gefangner stehen sollte, an deren Stelle jetzt eine Heime zu 
zu stehen kam, und weil dieß unten ein armes Aussebn 
hatte, war zu Füßen einer jeden ein nach oben gekehrter 
Tragsiein,angebracljt. Die vier Hamen schlossen drei Nie 
sehen ein, die beiden äußersten rund, und sollten darin ein 
paar Siegesgdttinnen sieben, statt deren in die eine Lea, 
die Tochter Labans, als das thätige Leben kam; END mit 
dem Spiegel in einer Hand, zum Zeichen daß mir unsere 
Handlungen prüfen müssen, und mit einem Blumengehcinge 
in der andern, dem Sinnbild der Tugenden, die uns in die: 
sem Leben zur Zierde und in jenem zum Ruhme gereichen. 
In die zweite. Nisehe kam Rahel ihre Schwester, als das 
beschauende Leben, mit gefalteten.Händen, ein Knie gebogen, 
und mit dem Ausdruck der Entzückung im Angesicht. Beide 
Statuen hatte Michelaguolo in weniger als einem Jahre 
VII Condivi bemerkt, daß er die Jdee, das thcitige und das desihau: 
s iiche Leben darzustelien, von dem Fegefeuer des Dante entlehnt habe. 
Daß Michelangelo dies göttliche Komödie gründlich siudirt hatte, er: 
giht sich aus dessen Arbeiten zur Genüge, so wie her denn auch in 
ein Exemplar mitNbreitem Rande zu den schönsten Stelien, des großen 
Dichters Zeichnungen eingetragen hatte. Dieses unschciizbare Ernste 
vlar gelangte in den Besitz des slorentinisci7en Biidhauers und Archi: 
tekten Antonio Montauti, der, ais er Ach Geschäfte halber nach Rom 
begeben weilte, seine.Effecten, und unter diesen jenes Buch, nach Of; 
vorno schickte, von wo sie nach Civitaveeehia versehisft wurden. Zeit 
der ging.aber das Schiff mit der ganzen Ladung unter. Uebrigens 
geht auch die große Be1vunderung,s die er für den Alghieeis hegte, sehr 
deutlich aus,einekn Doeun1ent hervor, das Gori in seinen Amme: 
kungen zum Condivi snittheiit. Es ist dieß eineBittschrift, weiche die 
,Akademie zu Florenz im J. 15l9 an den Papst Leo X. richtete, um 
die Erlaubniß zu erhalten, die Gebeine des großen Dichters von Ra: 
venna nach Florenz, seiner Vaterstadt, zu versehen. Unter den Uns 
terfCdriiten beßndet Ach folgende: ,,Jch, der Bildhauer Michelangelo, 
siehe ebenfalis zu Erd. Heiligkeit, und erbiete mich für den göttlichen 
 Dichter an einem ebrenvolien Orte in dieser Stadt ein Grabmal zu 
ardeiten.iH H 
        

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